Arni
Gemeinderatswahlen: Der Spieler fordert den Rechner zum Wahlkampf

Gemeindeammann Heinz Pfister (66, parteilos) wollte eigentlich zurücktreten, doch Ruedi Jäger (60, parteilos) und seine Gruppe lassen ihm keine Wahl

Christian Breitschmid
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Heinz Pfister (links) will weitermachen, Ruedi Jäger will loslegen.

Heinz Pfister (links) will weitermachen, Ruedi Jäger will loslegen.

Zur Verfügung gestellt

Nach 20 Jahren als Gemeinderat, 8 davon als Gemeindeammann, 10 als Vizeammann, wollte Heinz Pfister eigentlich auf Ende dieser Legislatur von seinem Amt zurücktreten. Doch die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gestaltete sich schwierig. «Ich habe sehr intensiv gesucht», sagt Pfister, «aber selbst der öffentliche Aufruf in der Arni Poscht hat keine Rückmeldungen erbracht. Es kommt auch nicht jeder für dieses Amt infrage. Es geht hier darum, ob einer einfach verwalten oder ob er die Gemeinde weiterbringen will.»

So kam Pfister mit seinen Ratskollegen überein, für eine weitere Legislatur als Gemeindeammann zu kandidieren. Sein Rückzug vom Rückzug hat die Opposition in Person des 2010 zugezogenen, ebenfalls parteilosen Eventspieleveranstalters und -erfinders Ruedi Jäger auf den Plan gerufen. Er hat einen Flyer kreiert, mit dem er Kandidaten für die Gemeinderatswahlen suchte.

Gruppe wollte fünf Neue

Nach einem ersten Treffen in der «Burestube» war klar, dass sich Ruedi Jäger als Gemeindeammann und Hans Ritschard (44, parteilos) als Vize aufstellen lassen wollten. Mit ihnen zusammen kandidieren auch Roland Basler (58, parteilos) und Manuel Dubler (29, parteilos) für den Gemeinderat. Werner Stutz (55, parteilos) wurde von der Gruppe angefragt, ob er nicht auch kandidieren wolle, man brauche fünf Leute. Stutz war von 1990 bis 1999 schon Gemeinderat und auch Vizeammann. «Ich musste erkennen, dass diese Gruppe den ganzen Gemeinderat rauswerfen wollte, das wollte ich aber nicht», erzählt Stutz, der sich aber dennoch als Anwärter für das Amt des Vizeammanns auf die offizielle Liste hat setzen lassen.

Zusammen mit dem bisherigen Vizeammann, Kurt Süess (60, parteilos), sind es nun also drei Kandidaten, die sich für das zweithöchste Amt in der Gemeinderegierung bewerben. Der unerwartete Ansturm auf die Gemeinderatssitze ist für Pfister, den studierten Volks- und Betriebswirtschafter mit dem ausgewiesenen Flair für Finanzen keine freudige Überraschung: «Wenn ich sehe, was bei diesen Wahlen hier im Kelleramt abgeht, wenn ich sehe, wer sich da bewirbt, dann macht mir das Angst.» Deshalb will Pfister noch einmal antreten und an seinen Hauptzielen weiterarbeiten, der Errichtung eines eigentlichen Dorfzentrums mit einer zeitgemässen Infrastruktur sowie dem Bau von dringen benötigten Alterswohnungen.

Anpacken, wenns kommt

Herausforderer Ruedi Jäger will Arni generell beleben: «Die Gemeinde ist während der letzten 20 Jahre schnell gewachsen, und die Mehrzahl der berufstätigen Einwohner pendelt dabei täglich zur Arbeit in die Agglomeration Zürich. Heute hat man in der Gemeinde nur wenige Berührungspunkte. Ich will nicht, dass Arni zu einem Schlafdorf verkommt. Mein Hauptziel ist eine inspirierende und gelebte Dorfkultur», sagt Jäger. Auf welchem Weg er seine Ziele erreichen will, das hat er sich noch nicht bis ins Detail überlegt: «Erst muss ich gewählt werden, bevor ich mir solche Gedanken mache. Ich bin seit 25 Jahren selbstständig. In meinem Geschäft halte ich es auch so, dass ich die Aufträge anpacke, wenn sie kommen. In die Gemeindegeschäfte muss ich mich erst einarbeiten. Wenn ich mich mal eingelebt habe, dann kann ich die Geschäfte auch gezielt abhandeln. Meine Erfahrungen als Unternehmer werden mir dabei sicher helfen.»

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