Muri
Gemeinderats-Kandidat Ueli Aeberhard will ein Auge auf Kosten und Entwicklung halten

Ersatzwahl in den Gemeinderat: Ueli Aeberhard (FDP), Unternehmer, will den Steuerfuss nicht antasten. Im Interview mit der az erklärt er, welche Schwerpunkte er setzen würde, sollte er gewählt werden.

Eddy Schambron
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Ueli Aeberhard in seiner Creaconcept GmbH in Waltenschwil, ein Unternehmen für Digital- und Textildruck. Er führt auch das Murianer Bistro Egg-Träff. ES

Ueli Aeberhard in seiner Creaconcept GmbH in Waltenschwil, ein Unternehmen für Digital- und Textildruck. Er führt auch das Murianer Bistro Egg-Träff. ES

Eddy Schambron

Ein Drucker bringt langsam bunte Werbung ans Tageslicht, bei der Creaconcept GmbH in Waltenschwil, Unternehmen für Digital- und Textildruck, Werbung und Beschriftung, läuft der
Betrieb rund. Mitinhaber und Geschäftsführer Ueli Aeberhard, der zudem das Bistro Egg-Träff in Muri besitzt und führt, sieht in der beruflichen Selbstständigkeit einen grossen Vorteil für das Gemeinderatsamt, für das er in Muri kandidiert. «Ich kann sehr flexibel reagieren», stellt er fest.

Herr Aeberhard, Sie haben 2016 als Grossrat mit Wohnsitz in Waltenschwil kandidiert. Jetzt treten Sie als Gemeinderatskandidat in Muri an. Seit wann leben Sie in Muri?

Ueli Aeberhard: Wir wohnen erst seit Ende des letzten Jahres in Muri. Aber ich bin schon längere Zeit in Muri aktiv.

Beruflich oder privat?

Beides. Neben der Creaconcept GmbH in Waltenschwil führe ich seit acht Jahren das Bistro Egg-Träff in Muri, dessen Mitinhaber ich ebenfalls bin. Privat bin ich seit längerer Zeit in Muri aktiv und war jahrelang im Seilziehklub aktiv, half bei Sportveranstaltungen und Events mit und stellte die «Lumpenparty» auf die Beine, eine Ergänzung des kulturellen Angebots in Muri im Schlagerbereich. Mich kennen einige Leute in Muri, und ich kenne auch die Gemeinde.

Weshalb sind Sie jetzt nach Muri umgezogen ?

Wir haben Wohneigentum erworben. Mit dem Zuzug in die Gemeinde kam auch das Gespräch auf eine mögliche Kandidatur in den Gemeinderat.

Die FDP hat Sie dafür angefragt?

Ja. Durch die Grossratswahlen bestanden die entsprechenden Kontakte bereits.

Sie könnten das Gemeinderatsmandat trotz der Führung zweier Geschäfte bewältigen?

Ja, das können wir organisieren. Hier in Waltenschwil arbeiten sechs Angestellte, wir haben ein solches Engagement intern besprochen. Dank meiner Selbstständigkeit und den Angestellten bin ich sehr flexibel und habe den nötigen Freiraum, um das Gemeinderatsamt auszuüben.

Weshalb hat die FDP im Gemeinderat Muri einen Sitz zugut?

Die FDP war schon früher im Gemeinderat vertreten und ist bekannt für eine konstruktive Gemeindepolitik. Sie arbeitet auch in verschiedenen Kommissionen mit guten Leuten mit. Schliesslich hat die Partei Wähleranteil gewonnen. In letzter Zeit standen keine Kandidaten zur Verfügung. Jetzt aber ist es Zeit, den Gemeinderatssitz wieder zurückzuholen.

Und weshalb sind Sie in der FDP und nicht in einer anderen Partei?

Das politische Programm der FDP deckt sich am besten mit meinen Ansichten. Besonderes Gewicht hat bei mir die Gewerbefreundlichkeit als Grundpfeiler der politischen Arbeit. Es wäre gut, wenn im Gemeinderat Muri wieder ein Gewerbler vertreten wäre, der die alltäglichen Herausforderungen, die die Gewerbetreibenden bewältigen müssen, aus eigener Erfahrung kennt.

Wie beurteilen Sie allgemein das Umfeld für Gewerbe und Unternehmer im Freiamt?

Es wird immer beschworen, dass der administrative Aufwand für Unternehmer abgebaut wird. Im Endeffekt steigt er eher. Viele Betriebe stehen in einem Verdrängungskampf. Es ist deshalb wichtig, dass die Politik für gute Rahmenbedingungen sorgt und die Steuern stabil bleiben. Das Umfeld im Freiamt ist gut, aber man darf auch noch an Verbesserungen arbeiten.

Muri ist ein gutes Pflaster?

Ja, Muri ist dank der Infrastruktur und der guten Verkehrsanbindung ein guter Standort. Wichtig ist aber, dass der Steuerfuss nicht steigt, dass die Kosten nicht überhandnehmen. Angesichts des enormen Wachstums und der sich damit notwendigerweise entwickelnden Infrastrukturaufgaben ist das eine grosse Herausforderung.

Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen der Gemeinde Muri?

Die Gemeinde bietet ein umfassendes Angebot und eine komplette Infrastruktur. Das ist eine der grossen Stärken, die es zu erhalten und zu pflegen gilt und die die Gemeinde als Wohn- und Arbeitsort auch attraktiv machen. Gleichzeitig ist das enorme Wachstum insofern problematisch, als die Kosten für die Gemeinde wegen zunehmender Infrastrukturaufgaben aus dem Ruder laufen können. Hier gilt es, ein wachsames Auge auf die Entwicklung zu halten. Vorab muss aber die strategische Auslegung, welche bisher entwickelt wurde, angeschaut werden, um eine genaue Standortbestimmung zu generieren. Dazu erfolgen Bedürfnisprioritäten und Umsetzungsstrategien. Vorhandene Ressourcen sind zu nutzen.

Wollen Sie hier Ihren Schwerpunkt setzen, wenn Sie gewählt werden?

Ja. Durch meine berufliche Tätigkeit habe ich Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen entwickelt. Das kann bei der Neubesetzung des Ressorts Hochbau, Planung und Liegenschaften nicht schaden. Hier braucht es einen breiten Rücken, eine gewisse Standfestigkeit und Lebenserfahrung. Ich knicke nicht sofort ein. Projekte müssen nach Bedarfsprioritäten umgesetzt werden oder wenn zwingender Ersatz notwendig ist.

Jetzt empfiehlt die CVP den grünen Kandidaten. Sind Sie enttäuscht?

Es wäre naheliegend gewesen, wenn die CVP eine bürgerliche Kandidatur unterstützt hätte. Aber das ist der eigenständige Entscheid der Partei. Ich nehme die Empfehlung gelassen.

Wenn Sie gewählt werden: Wie lautet Ihr Wahlversprechen, auf das Sie sich behaften lassen?

Die Prioritäten werden so gesetzt, dass die Kosten im Griff behalten werden und Projekte für eine langfristige Zukunft realisiert werden. Ich setze die Bedürfnisse zum Wohle der Einwohner und der Zukunft um.

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