Schulhaus Halde
Gemeinderat Wohlen hält an seiner Variante fest

Das neue Schulhaus in der Halde zu bauen, ist laut den Verantwortlichen schlechter als die Variante «Pilatus».

Dominic Kobelt
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Gemeindevertreter, Schulleiter und Planungsfachleute unterhielten sich nach der Pressekonferenz auf dem Pausenplatz Halde über die verschiedenen Varianten. kob

Gemeindevertreter, Schulleiter und Planungsfachleute unterhielten sich nach der Pressekonferenz auf dem Pausenplatz Halde über die verschiedenen Varianten. kob

Die unendliche Geschichte der Wohler Schulraumplanung startete 2010. In der Zwischenzeit wurden zwei umfangreiche Berichte verfasst, zusammen 230 Seiten dick, weit über ein Dutzend Standorte und Varianten geprüft und diskutiert.

Nachdem ein erster Planungsbericht auf Wunsch des Einwohnerrats überarbeitet und weitere Standorte miteinbezogen wurden, war für den Gemeinderat und die Schulraumplanungskommission klar, dass eine Lösung zu Priorisieren sei: ein neues Bezirksschulhaus an der Pilatusstrasse.

Für die Realisierung müsste die Gemeinde aber Land kaufen. Das kritisierte die SVP-Fraktion und favorisierte das gemeindeeigene Bleichi- oder auch das Merkur-Areal.

Rund zwei Wochen bevor der Einwohnerrat über den Landkauf hätte abstimmen sollen, meldete auch eine Gruppe Wohler Architekten Opposition an. Das Grundstück an der Pilatusstrasse sei der falsche Standort für ein Bezirksschulhaus, vielmehr solle ein neues Schulhaus auf dem Haldeareal geschaffen werden, direkt neben den bestehenden Bezirks- und Primarschulhäusern.

Der Gemeinderat hatte daraufhin die Vorlage zum Landkauf an der Einwohnerratssitzung zurückgezogen, weil er aus den Fraktionen starke Opposition spürte. Man solle die Variante der Wohler Architekten ebenfalls prüfen, wurde gefordert.

Nun wurden die drei verbleibenden Varianten planerisch auf den gleichen Stand gebracht. Es sind dies: Schulhaus auf dem Pilatus- oder auf dem Haldeareal, mit der Turnhalle in der Bleichi, oder, als dritte Variante, Schulhaus und Turnhalle in der Bleichi.

Das Resultat: Technisch umsetzbar sind alle Varianten, vom pädagogischen Standpunkt her betrachtet, sehen der Gemeinderat, die Schulraumplanungskommission und besonders die Schulpflege und Schulleiter klare Vorteile für die Variante Pilatus.

Risiko Einsprache

Bei der «Architekten-Variante» ist insbesondere der Pausenplatz der Knackpunkt. Auf dem Haldeareal würden 22 Primar-, 18 Bez- und 4 Kindergartenabteilungen Platz finden müssen.

Oder anders gesagt: Rund 950 Schülerinnen und Schüler teilten sich ein 12 200 m2 grosses Schulareal. «Damit würde die Halde zur vermutlich ‹dichtesten› Schule der Schweiz», erklärte Gemeinderat Paul Huwiler.

Paul Bitschnau, Schulleiter der Bezirksschule Wohlen, unterstützte ihn: «Der Pausenplatz ist jetzt schon eng. Eine so intensive Verdichtung wäre aus pädagogischer Sicht ein Graus.» Konflikte seien da vorprogrammiert. Und Caroline Bruggisser, Schulleiterin der Primarschule, merkte an: «Der Pausenplatz ist für uns auch Bewegungs- und Unterrichtsraum. Besonders in der rund 18-monatigen Bauzeit kann ich mir nicht vorstellen, wo ich mit den Kindern hin soll.»

Auch was die Kosten angeht, schneidet die vom Gemeinderat vorgeschlagene Variante nicht schlechter ab als die anderen. Zwar schlägt der Landkauf mit 5,2 Millionen Franken zu Buche. Dafür braucht es kein Provisorium, während bei der Variante Halde das jetzige Provisorium auf dem Pausenplatz Halde während der Bauzeit ersetzt werden müsste. Hinzu kommt, dass Parkplätze in Form eines Parkhauses gebaut werden müssten, während bei der Pilatus-Variante deutlich günstigere oberirdische Parkplätze möglich wären. Paul Huwiler führte auch aus, dass die Belastung der Erfolgsrechnung geringer wäre, nämlich jährlich 1,9 Millionen gegenüber von knapp 2,2 Millionen bei den beiden anderen Varianten. Dies, weil die Baukosten höher ausfallen.

Die Verantwortlichen mussten aber auch eingestehen, dass das Projekt mit einem gewissen Risiko behaftet ist. Denn das Land an der Pilatusstrasse muss umgezont werden, dagegen könnte Einsprache erhoben und der Bau somit verzögert werden. Der neue Schulraum muss aber bis 2018 da sein (siehe Kontext). Trotzdem möchte man das Risiko eingehen. Markus Pfyl, Mitverfasser des Planungsberichts: «Ein Schulhaus steht etwa für 100 Jahre. Selbst wenn es zu Verzögerungen kommen sollte, wäre es schade, aus Angst davor auf den bestmöglichen Schulraum zu verzichten.»

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