Oberwil-Lieli

Gemeinderat will Villen-Quartier an bester Lage – Gegner werfen ihm undemokratisches Handeln vor

Die Umzonung der 12'700 Quadratmeter im Juchächer sorgt für hitzige Diskussionen.

Die Umzonung der 12'700 Quadratmeter im Juchächer sorgt für hitzige Diskussionen.

Die Traktanden der Gemeindeversammlung in Oberwil-Lieli werfen im Vorfeld hohe Wellen. Speziell die Umzonung im Juchächer.

Was vor einem Jahr für rote Köpfe an der Gemeindeversammlung sorgte, wird auch an der Gmeind vom 28. August Stoff für Diskussionen liefern. Oberwil-Lielis Gemeinderat will 9260 Quadratmeter gemeindeeigenes Bauland im Unterdorf sowie 3490 Quadratmeter Land aus der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen im Gebiet Letten zu Landwirtschaftsland umzonen. Im Gegenzug sollen 12'700 Quadratmeter Landwirtschaftsland im Juchächer zur Landhauszone umgewandelt werden. Diese Umzonungen geht der Gemeinderat im Rahmen der Gesamtrevision der Nutzungsplanung an.

Einwohner und Pro Natura wehren sich

Der Verein Lebenswertes Oberwil-Lieli stellte sich von Beginn an gegen die Pläne des Gemeinderates. Die Einwohnerin Franziska Janett reichte beim Kanton eine Petition mit 160 Unterschriften gegen das Vorhaben ein. Sie möchte das Land als Naherholungsgebiet erhalten. Der Gemeinderat liess sich von seinem Vorhaben nicht abbringen und legte die Pläne für die Umzonung öffentlich auf, schliesslich hatte der Souverän in Form einer Absichtserklärung im letzten Jahr dem Vorhaben zugestimmt. Während der öffentlichen Auflage gingen zahlreiche Einsprachen ein. Die meisten betrafen die Juch­ächer­einzonung.

Auch die Pro Natura wurde auf das Vorhaben aufmerksam und machte eine Einwendung. Die Organisation verlangte den Verzicht auf die Villenzone, dies widerspreche den Vorgaben des Raumplanungsrechtes. In der Zwischenzeit fand eine Sitzung mit dem Gemeinderat statt. «Wir sind uns nicht einig geworden», sagt Pro-Natura-Geschäftsführer Johannes Jenny. Er sei aber nach wie vor der Meinung, dass das Vorhaben rechtlich nicht zulässig sei und dem Grundsatz des haushälterischen Umgangs mit Landreserven widerspreche. Sollte die Gemeindeversammlung dem Vorhaben zustimmen, werde die Pro Natura den Entscheid wohl anfechten.

Im Mitteilungsblatt «Wochenfalter» meldete sich Franziska Janett, im Namen des Komitees Pro Juchächer, kürzlich mit einem Leserbrief zu Wort. Darin warf sie dem Gemeinderat undemokratisches Handeln vor, weil er über die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Bauzonen und Kulturland sowie Bau- und Nutzungsordnung gemeinsam abstimmen lässt, statt sie als separate Geschäfte zu behandeln.

Der Gemeinderat widerspricht: «Die Umzonung ist nur als Gesamtes möglich und zwingend integraler Bestandteil der Gesamtrevision Nutzungsplanung», schreibt er in seiner Medienmitteilung. Mit dem Bau von zwei Mehrfamilienhäusern im Unterdorf schaffe man im Gegenzug bezahlbaren Wohnraum, heisst es weiter.

Auf der Traktandenliste stehen nebst der Revision der Nutzungsplanung auch der Verpflichtungskredit in der Höhe von 1,7 Mio. Franken für die Erschliessung des Juchächers und die Ermächtigung des Gemeinderates zum Verkauf der Baulandparzellen. Ausserdem stehen zur Debatte: der Beitritt zur ZSO/RFO Freiamt, die neue Lösung für Mittagstisch und Randstundenbetreuung, der Verpflichtungskredit für die Sanierung der Augenweidstrasse und ein Einbürgerungsgesuch.

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