«Strassenraum ist Aussenraum, ist Lebensraum für alle.» Mit diesem Statement eröffnete David Frei, Gemeinderat aus Arni, die Orientierungsveranstaltung zum Thema Tempo 30. Bereits 2001 wurde im Leitbild diese Vision festgelegt, dass der Verkehr von Arni sicherer und ruhiger gemacht werden soll.

Den initialen Anstoss dafür kam aus der Bevölkerung selbst. Aus verschiedenen Quartieren wurde die Bitte um Prüfung zur Einführung von Tempo 30 an den Gemeinderat herangetragen. Der Gemeinderat nahm dieses Anliegen ernst und verlangte von den Initianten, dass sie mindesten 130 Unterschriften aus allen Quartieren von Arni sammelten, um dem Begehren den Charakter einer offiziellen Initiative zu geben. Schlussendlich konnte das Doppelte an Unterschriften, nämlich 260, zusammengetragen werden.

Mehr Lebensqualität

Das oberste Ziel sei eine höhere Lebensqualität in den Quartieren, führt David Frei weiter aus. «Es steht sogar in der Schweizerischen Verkehrsregelverordnung geschrieben, dass für Tätigkeiten, namentlich für Spiele, der gesamte Bereich der Fahrbahn benützt werden darf, sofern die übrigen Verkehrsteilnehmer dadurch weder behindert noch gefährdet werden», so Frei. Weiter rechnete Frei den anwesenden Interessierten vor, dass der Bremsweg bei 50 km/h etwa 33 Meter beträgt, dafür würde die Länge der Turn- und Mehrzweckhalle Arni nicht ausreichen. Auch die Zeitersparnis von gerade mal 14 Sekunden bei Tempo 50 statt 30 vom Kreisel bis Hedingerstrasse gemessen, sei unbedeutend und würde den Aspekt der Sicherheit niemals aufwiegen. Die Tempoanpassung bringe Sicherheit besonders für Kinder und ältere Menschen, aber schlussendlich für alle Beteiligten. Ausgenommen von einer flächendeckenden Einführung von Tempo 30 wären die Kantonsstrassen.

Was der Gemeinderat nicht möchte, sind Verbauungen auf den Gemeindestrassen im Sinne von Schikanen. Alle Strassen sollen weiterhin ungehindert von den Bauern mit ihren Landwirtschaftsmaschinen und dem Schneepflug für die Schneeräumungen im Winter passiert werden können. Die neue Signalisation würde deshalb mit Schildern und Bodenmarkierungen umgesetzt.

Die Kosten für die Umsetzung des gesamten Projekts, welches sich aus einem Verkehrsgutachten, Tafeln und Markierungen und Nachkontrollen zusammensetzt, belaufen sich auf total rund 46 000 Franken, die abgespeckte Variante, wo nur die Chälmatt- und Oberwilerstrasse mit einbezogen würden, auf total rund 40 000 Franken.

Mit der Abstimmung am 15. November möchte der Gemeinderat Arni den Grundsatzentscheid, inklusive Kredit bei der Bevölkerung nachfragen, um dann weitere Planungsmassnahmen einleiten zu können. Die Projektausarbeitung mit Verkehrsgutachten und der Erstellung eines Signalisationsplanes, welcher dann öffentlich aufliegen würde, ist jedoch erst für das Budget 2019 vorgesehen.