Niederwil

Gemeinderat will Asylhaus kaufen – doch es gibt eine Knacknuss

Das Haus an der Göslikerstrasse 25 wird nicht als Asylunterkunft gekauft. ian/az-archiv

Das Haus an der Göslikerstrasse 25 wird nicht als Asylunterkunft gekauft. ian/az-archiv

Weil die bisherige Asylunterkunft bald einer Überbauung weichen muss, will der Gemeinderat von Niederwil ein eigenes Asylhaus kaufen.

An der Gemeindeversammlung vom 3. Dezember stimmen die Einwohner von Niederwil über einen Verpflichtungskredit von 615 000 Franken ab. Dies ist die Summe, die errechnet wurde für den Kauf sowie Umbau, Stipulation und Mobiliar einer Liegenschaft, die der Gemeinde künftig als Asylunterkunft dienen soll. Es besteht Handlungsbedarf, denn die bisherige Unterkunft, die ehemalige Bauarbeiterbaracke der Firma Stenz an der Hauptstrasse 9, ist sanierungsbedürftig und wird in den nächsten Jahren einer Neuüberbauung weichen müssen, wie der Gemeinderat in den Informationen zum entsprechenden Traktandum schreibt.

«Der Markt für solche Immobilien ist dünn», bestätigt Gemeindeschreiber Christian Huber auf Anfrage. «Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen und die Verkäufer müssen mit der vorgesehenen Nutzung einverstanden sein.» Beim Haus an der Göslikerstrasse 25 hat für den Gemeinderat alles gestimmt. Auch der Kantonale Sozialdienst, der für die Betreuung der Asylsuchenden in Niederwil zuständig ist, bestätigte die Eignung des Gebäudes zur Unterbringung von zwölf Personen. Das ist gleichzeitig auch der einzige Knackpunkt bei dieser Geschichte. Aktuell liegt die Aufnahmequote für Niederwil noch bei 15 Personen. «Das ist aber noch die alte Quote. Die Zahl der Asylgesuche ist ja stark zurückgegangen, darum muss der Kanton unsere Quote neu berechnen», sagt Huber.

Wenn der Souverän dem Kauf der Liegenschaft zustimmt und alles rund läuft, könnten die Asylsuchenden Mitte 2019 ihre neue Unterkunft beziehen. «Das ist keine Luxuslösung», betont Huber, «aber das Haus ist in einem guten Zustand und wir wollen unserer Aufnahmepflicht mit einem menschenwürdigen Angebot gerecht werden.» Die Alternativen zum Hauskauf, etwa die Entrichtung einer Ersatzabgabe von 110 Franken pro Person und Tag oder das Anmieten einer anderen Liegenschaft, käme die Gemeinde eher teurer zu stehen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1