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Gemeinderat Tägerig prüft Fusion mit Mellingen

Noch ist der finanzielle Himmel nicht ganz schwarz: Wo führt der Weg der Gemeinde Tägerig in Zukunft hin?

Noch ist der finanzielle Himmel nicht ganz schwarz: Wo führt der Weg der Gemeinde Tägerig in Zukunft hin?

An der Gemeindeversammlung fasste der Gemeinderat Tägerig den Auftrag einen möglichen Zusammenschluss mit der Nachbargemeinde Mellingen zu prüfen. Nun beginnt die erste Phase der Sondierung.

Der Gemeinde Tägerig fehlen genügend Einnahmen. Die finanzielle Situation im Dorf mit rund 1500 Einwohnern ist nicht allzu rosig. An der kürzlichen ausserordentlichen Gemeindeversammlung genehmigte der Souverän zwar das Budget mit der Steuerfusserhöhung um fünf Prozent auf 127 Prozent, doch eine grosse Entlastung auf der Einnahmenseite bringt dieser Schritt langfristig nicht.

Gleichzeitig mit der Budgetgenehmigung fasste der Gemeinderat auch einstimmig den Auftrag den Zusammenschluss mit der grösseren Nachbargemeinde Mellingen (rund 5800 Einwohner) zu prüfen.

Tägerigs Gemeinderat hat bereits darüber diskutiert

In der letzten Gemeinderatssitzung wurde unter der Leitung von Ammann Beat Nietlispach das weitere Vorgehen erstmals diskutiert. «Wir möchten die Thematik nicht allgemein im Rat besprechen, sondern losgelöst als Sachthema separat behandeln», sagt Nietlispach. Der Prozess sei nun am Anlaufen.

Kommenden Montag wird Tägerigs Gemeinderat die ersten Termine festlegen. «Dazu beschäftigen wir uns mit einzelnen Fragen und arbeiten eine Strategie aus. Zu gegebener Zeit werden wir dann auf mögliche Gemeinden, die für eine Fusion in Frage kommen, zugehen», sagt Nietlispach. Einen möglichen Zeithorizont kann er noch nicht abschätzen. Man werde sicher an Infoveranstaltungen informieren und unter anderem aufzeigen, welche Aufwendungen es für eine Fusion braucht.

Eine mögliche Hochzeitskandidatin ist für Tägerig die Gemeinde Mellingen. Deren Ammann Bruno Gretener erklärt auf Anfrage: «Der Gemeinderat Mellingen hat das Thema Fusion mit Nachbargemeinden in den letzten Jahren selber nicht aktiv forciert. Auch, weil in den nächsten Jahren in Mellingen grosse Projekte anstehen, die erhebliche Ressourcen benötigen werden.» Dennoch sei der Gemeinderat Mellingen grundsätzlich offen für Gespräche mit Nachbargemeinden, führt Gretener weiter aus. «Sowohl über eine vertiefte Zusammenarbeit beziehungsweise einen weiteren Ausbau der bestehenden Zusammenarbeit als auch für Fusionsvorabklärungen. Der Anstoss müsste jedoch von den Gemeinden selber kommen, die eine vertiefte Zusammenarbeit oder sogar eine Fusion anstreben.» Mehr möchte man in Mellingen (Steuerfuss 110 Prozent), zu einer möglichen Fusion mit Tägerig vorläufig nicht sagen, sondern die formelle Anfrage abwarten.

Gemeindefusionen sind im Reusstal stets ein Thema. Erst Mitte 2019 tätigte Mägenwil erste Abklärungen bezüglich einer Fusion mit Nachbargemeinden. Angefragt wurden bezirksübergreifend Mellingen, Tägerig, Hägglingen, Wohlenschwil und Othmarsingen. Die Rückmeldungen aus den Gemeinden waren aber eindeutig. Es bestand geringes Interesse an einer Fusion. Eine vertiefte Zusammenarbeit in Bereichen der Verwaltung wie Steuern oder Bau könnten sich aber einige vorstellen.

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