Berikon
Gemeinderat soll am Südhang zurückkrebsen

Die Mitglieder der Planungskommission fordern die Erweiterung der Landschaft von kantonaler Bedeutung. Damit würde die strategische Baulandreserve am «Südhang» aufgehoben – der Gemeinderat möchte diese aber nicht aufgeben.

Lukas Schumacher
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Zankapfel: Beriker Südhang, hier das Gebiet Eggacher.

Zankapfel: Beriker Südhang, hier das Gebiet Eggacher.

Die Diskussion um den Beriker «Südhang» wird neu aufgerollt. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die Frage: Soll die Landschaft von kantonaler Bedeutung (LkB) am «Südhang» vergrössert werden? Regierung und Kanton sagten Ja und verlegten die LkB im bereinigten Richtplan direkt an den dortigen Bauzonenrand; als «Südhang» wird das Beriker Gebiet in Richtung Sädel/Zufikon bezeichnet.

Nein zur Erweiterung sagten der Beriker Gemeinderat und das kantonale Verwaltungsgericht. Das Gericht hiess eine Beschwerde des Gemeinderats gut, auch weil die Gemeindebehörde über die Vergrösserung weder informiert noch um eine Stellungnahme angefragt worden war. Die Erweiterung hätte zur Folge, dass die strategische Beriker Baulandreserve am «Südhang» aufgehoben würde. (Aargauer Zeitung vom 8. März).

Fünf Angehörige der Planungskommission zeigen dem Gemeinderat die Gelbe Karte. Sie setzen sich «für die Freihaltung des Südhangs» ein und fordern den Gemeinderat Berikon auf, die deutliche Annahme des am 3. März beschlossenen Raumplanungsgesetzes «sofort und bedingungslos» umzusetzen; das Gesetz soll die Zersiedelung in der Schweiz stoppen und Bebauungen von überdimensionierten Bauzonen unterbinden.

Wie die fünf Kommissionsmitglieder Liliana Bachmann, Gaudenz Caprez, Regula Frey, Manuel Koch und Ernst Wermuth ausführen, hat sich das Aargauische Verwaltungsgericht nicht materiell gegen die Vergrösserung der LkB Südhang ausgesprochen, sondern bloss wegen eines formellen Verfahrensfehlers.

Die Gemeinde Berikon verfüge über genügend Baulandreserven, halten die Kommissionsangehörigen weiter fest. Es bestehe langfristig kein Grund, weiteres wertvolles Kulturland in Bauland umzuwandeln und so aus Landwirtschaftsland langfristig und rein prophylaktisch «strategische Baulandreserven» zu schaffen. Gleicher Meinung ist der Aargauische Heimatschutz.

Henri Leuzinger, Heimatschutz-Geschäftsführer, empfiehlt, die Freihaltung des Südhangs über die in Berikon angelaufene Revision der Nutzungsplanplanung sicherzustellen. Dies werde auch engagiert angestrebt, teilt die Kommissionsangehörige Liliana Bachmann mit und ergänzt: «Unsere Kommission vertrat schon vor der Festsetzung im kantonalen Richtplan mehrheitlich die Ansicht, dass der Südhang freigehalten werden muss.» Eingesetzt worden war die Planungskommission im Frühling 2011, als die Gemeinde Berikon die Gesamtrevision ihrer Nutzungsplanung anpackte.

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