Merenschwand
Gemeinderat sagt Ja zu einer Asylunterkunft im «Hirschen»

Schon im ersten Quartal 2013 könnten die ersten Asylbewerber im ehemaligen Restaurant in Merenschwand einziehen. Der Kanton akzeptiert die Bedingung des Gemeinderats, dass im «Hirschen» nur Familien und Kinder untergebracht werden sollen.

Fabian Hägler
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Bald soll das ehemalige Restaurant Hirschen seine Türe für 25 Asylbewerber öffnen. emanuel freudiger

Bald soll das ehemalige Restaurant Hirschen seine Türe für 25 Asylbewerber öffnen. emanuel freudiger

«Der Gemeinderat hat der Anfrage des Kantonalen Sozialdienstes zur Unterbringung von 25 Asylsuchenden in der Liegenschaft ‹Hirschen› zugestimmt», sagt der Merenschwander Gemeindeammann Karl Suter. Vor zwei Wochen hatte die Behörde bereits einen positiven Grundsatzentscheid gefällt, dieser wurde an der Sitzung vom Montag bestätigt.

Der Gemeinderat stellt die Bedingung, «dass es sich bei den Asylsuchenden, die der Kantonale Sozialdienst in der Liegenschaft unterbringt und betreut, um Familien und Kinder, das heisst um Paare mit Kindern und um Alleinerziehende oder um alleinstehende Frauen handelt», führt Suter in einer Mitteilung aus. Bei einem Gespräch habe er dies am Dienstag einer Vertretung des Sozialdienstes mitgeteilt, erklärt Suter. Balz Bruder, Kommunikationschef des Departements Gesundheit und Soziales DGS, erklärt: «Wir akzeptieren die vom Gemeinderat gestellte Bedingung und werden ausschliesslich Familien und Kinder in der Liegenschaft unterbringen.»

Gemeinderat und Sozialdienst wollen die Merenschwander Bevölkerung in der zweiten Novemberhälfte «im Detail über die Unterbringung und Betreuung und die Rahmenbedingungen des Betriebs informieren», teilt Suter mit. Die Asylunterkunft im früheren Restaurant Hirschen soll im ersten Quartal 2013 in Betrieb genommen werden.

Ob zusätzlich eine Asylbewerber-Familie mit Kindern in der ehemaligen Benzenschwiler Gemeindekanzlei untergebracht werden könne, sollen laut Suter weitere Abklärungen und Verhandlungen zwischen Kanton und Gemeinde zeigen. Das frühere Gemeindehaus ist derzeit noch auf der Merenschwander Website als Mietobjekt ausgeschrieben.

Suter ist sich bewusst, dass der Gemeinderat mit seinem Ja zur Asylunterkunft keine Lorbeeren ernten werde. «Es wird definitiv kein Hurrageschrei geben, das steht fest», sagt er. «Und es gibt eine gewisse Unsicherheit in der Bevölkerung», räumt der Ammann ein. Obwohl es sich um ein emotionales Thema handle, hofft Suter, dass die Haltung des Gemeinderats bei den Merenschwandern auf Verständnis stossen werde.

«Ich möchte festhalten, dass nicht wir als Gemeinderat uns um eine Asylunterkunft bemüht haben», sagt Suter. Die Anfrage für die Nutzung der Liegenschaft «Hirschen», die im Besitz von Kanton und Gemeinde steht, sei aus Aarau gekommen. «Wir bieten aber Hand zur Lösung eines drängenden Problems», betont er.