Waltenschwil
Gemeinderat möchte die fünf heikelsten Gebiete verlangsamen

Nach dem Nein zur flächendeckenden Einführung von Tempo 30 möchte der Gemeinderat wenigstens einzelne Gebiete sicherer machen. Daneben dürfte an der Sommergmeind vor allem die Einführung der Tagesstrukturen ab dem Schuljahr 2015/2016 zu reden geben.

Andrea Weibel
Merken
Drucken
Teilen
Der Bereich rund um die Schule soll zu einer Tempo-30-Zone werden. Dominic Kobelt

Der Bereich rund um die Schule soll zu einer Tempo-30-Zone werden. Dominic Kobelt

Auf verschiedenen Quartierstrassen auf dem Gemeindegebiet sind Fussgänger zu wenig sicher. Weil die Dorfbevölkerung sich aber gegen flächendeckendes Tempo 30 ausgesprochen hat, will der Gemeinderat nun fünf Quartierstrassen zu Tempo-30-Zonen machen. Messungen zeigen Quartiere auf, die teilweise durch ihre gerade Führung zu überhöhter Geschwindigkeit einladen oder durch ihre Lage als Abkürzungen benutzt werden. Beides soll durch die Geschwindigkeitsbeschränkung verringert werden. Die fünf heikelsten Gebiete sind laut Gemeindeammann Michel Christen die Dorfstrasse im Büelisacker, der Bereich rund um die Schule, die Quartiere Hofmatten und Zelgli/Fulenbach sowie die Grintenstrasse.

Genaueres wird die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung vom 13. Juni erfahren. «Vorerst sind das aber nur Informationen. Die Pläne sind von der Arbeitsgruppe eben erst verabschiedet worden», erklärte Christen am Mittwoch an einer Medieninformation. «In etwa einem Monat werden wir das Projekt öffentlich auflegen.»

«Enormer Vorteil für die Kinder»

Daneben dürfte an der Sommergmeind vor allem die Einführung der Tagesstrukturen ab dem Schuljahr 2015/2016 zu reden geben. Diese laufen derzeit in einer fünfjährigen Probephase und werden laut dem Ammann rege genutzt. Es handelt sich dabei um Randstundenbetreuung am Morgen (jeden Tag), sowie Mittagstisch und nachmittägliche Lernateliers (dienstags und donnerstags). Letztere sollen kostendeckend von den Eltern bezahlt werden, während die morgendliche Betreuung von der Gemeinde finanziert wird. Christen erklärt: «Wenn die Randstundenbetreuung am Morgen gratis angeboten wird, erteilt der Kanton der ersten und zweiten Klasse zusätzliche sechs Wochenlektionen. Das ist ein enormer Vorteil für alle Kinder und die Schule.»

Die Kosten seien kein Gegenargument, ist Christen sicher. «Abzüglich Elternbeiträge kosten die Tagesstrukturen momentan rund 18 000 Franken pro Jahr. Sie werden aber von den Kindern bereits jetzt gut genutzt und bringen auch Vorteile für Eltern und Schule. Und sie wirken sich positiv aufs Standortmarketing, also auf die ganze Gemeinde aus.»

Der Gemeinderat rechnet auch damit, dass die Kosten weiter sinken werden: Ab nächstem Schuljahr wird die sechste Klasse an der Primarschule geführt, wodurch mehr Kinder die Tagesstrukturen nützen werden, was mehr Elternbeiträge einbringt. «Wir erkennen es als Bedürfnis der heutigen Zeit an, dass die Schulen über Tagesstrukturen verfügen. Ausserdem bekommen wir viel für relativ wenig Geld.»

Über 100 Jahre alte Leitungen

An der Sommergmeind werden die Waltenschwilerinnen und Waltenschwiler zudem über zwei Kredite abstimmen. Für 255 000 Franken sollen die Wasserleitungen im Bünzweg und im Kirchweg ersetzt werden. Es handelt sich um eine 175 Meter lange und eine 45 Meter lange Leitung, die bereits über 100 Jahre alt sind. Sie sind sehr reparaturanfällig und der Wasserverlust ist hoch. «Es ist notwendig, dass sie ersetzt werden», sagt Christen. Ausserdem soll der Hofweg für 150 000 Franken saniert und mit neuem Deckbelag bestückt werden. «Die Strasse ist rund 15 bis 20 Jahre alt und der Baustellenverkehr in den letzten Jahren hat sie zusätzlich stark mitgenommen. Dafür sind nun sämtliche Parzellen entlang der Strasse überbaut», erklärt Gemeindeschreiber Frank Koch.