Wohlen
Gemeinderat macht seine Ziele öffentlich

Mit vierjähriger Verspätung legt der Gemeinderat seine Ziele vor.

Fabian Hägler
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Seit dem 1. Januar 2006 verlangt die neue Gemeindeordnung, dass der Wohler Gemeinderat ein Legislaturprogramm mit seinen Zielen erarbeitet und dem Einwohnerrat vorlegt. Bisher fehlte dieses Papier, darum gab es im Einwohnerrat wiederholt Anfragen aus den Reihen der SVP. Der letzte derartige Vorstoss stammt vom August – nun liegt das Legislaturprogramm endlich vor.

Als Grund für die Verspätung gibt der Gemeinderat an, er habe im Februar dieses Jahres bei einer Klausur alle wichtigen Fragen, die Wohlen betreffen, diskutiert. «Danach hat er sich intensiv mit dem Legislaturprogramm auseinandergesetzt.»

Leitbild stellt die Grundlage dar

Das neue Legislaturprogramm für die Zeit bis zum Ende der laufenden Amtsperiode im Jahr 2013 baut auf dem bestehenden Gemeindeleitbild auf. «Es erläutert die politischen Werte und Schwerpunkte sowie die konkreten Ziele, die der Gemeinderat und die Verwaltung in Zusammen-
arbeit mit der Bevölkerung, dem Einwohnerrat und den Partnern erreichen wollen», steht in der Einleitung. Das Legislaturprogramm zeigt «die strategische Ausrichtung der Politik sowie die Schwerpunkte der Aufgabenerfüllung unter Berücksichtigung der finanzpolitischen Ziele.»

Quartier Rebberg erschliessen

Unter dem Titel «Leben» verfolgt Wohlen die Ziele, die allgemeine Nutzungsplanung und die Erschliessung Rebberg abzuschliessen. Zudem soll die Bau- und Nutzungsordnung geprüft und angepasst werden.

Umsetzen will der Gemeinderat bis 2013 den Masterplan fürs Ortszentrum, den Gestaltungsplan fürs Isler-Areal und das Konzept für die Aufwertung der Zentralstrasse.

Weiter möchte der Gemeinderat einen hohen Baustandard durch Sondernutzungsplanungen sichern, eine Koordinationsstelle Beratung Altbausanierungen bestimmen sowie den Gesamtplan Verkehr verabschieden.

Unter dem Stichwort «Integration» will der Gemeinderat das laufende Projekt Toolbox evaluieren und darüber hinaus eine Integrationsstrategie für Ausländer entwickeln.

Im Sicherheitsbereich ist ein Konzept für die räumliche Zusammenlegung von Kantons- und Regionalpolizei vorgesehen. Zudem soll die polizeiliche Präsenz verstärkt werden.

Auch ökologisch will sich Wohlen weiterentwickeln: Die heutige Energiestadt strebt das Goldlabel an.

Gewerbezonen ausscheiden

Aktiv werden will der Gemeinderat auch im Bereich «Arbeiten». Wohlen soll zusätzliche Gewerbezonen ausscheiden, das Gewerbeland aktiv anbieten und das Verhältnis der vorhandenen Arbeitsplätze (momentan 6100) zur Einwohnerzahl von 14435 Personen verbessern.

2013 soll auch das im Einwohnerrat immer wieder verlangte Konzept Standortmarketing fertiggestellt und gestartet sein. Zudem ist eine aktive Zusammenarbeit mit der Aargauischen Industrie- und Handelskammer sowie Aargau Services geplant.

Schulraumplanung vorantreiben

Beim Stichwort «Bilden» strebt der Wohler Gemeinderat den Werterhalt der heutigen Schulinfrastruktur an, zudem soll eine Schulraumplanung ausgearbeitet werden. Die soeben eingeführte Schulsozialarbeit soll evaluiert und Grundlagen für Tagesstrukturen sollen geschaffen werden.

Stärken möchte der Gemeinderat das Kultursekretariat, zudem soll ein Konzept für die Bibliothek erarbeitet werden. Auch zum «Erleben» gehören die beiden Sanierungsprojekte für Eisbahn und Schwimmbad.

Plus von 3 Millionen anstreben

Auch zu den Gemeindefinanzen äussert sich das Legislaturprogramm. Angestrebt wird eine durchschnittliche Eigenfinanzierung von 3 Mio. Fr. pro Jahr. Der Steuerfuss von 113% soll in Abhängigkeit zur Lastenverschiebung Kanton–Gemeinde (Pflegegesetz, Spitalfinanzierung) geprüft werden. Und: «Das Ausgabenwachstum muss dem Steuerertrag entsprechen.» Weiter sollen das interne Kontrollsystem (IKS) umgesetzt und das harmonisierte Rechnungsmodell 2 (HRM 2) abgeschlossen werden. Auch die Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung wird geprüft.

Schliesslich will sich der Gemeinderat auch Gedanken machen über ein Konzept zur Verwaltungsreorganisation und einen Grundsatzentscheid zum künftigen Standort des Gemeindehauses fällen.