Tägerig
Gemeinderat hat Lärmklage gegen FC Tägerig nicht verzögert

Weil sich ein Anwohner über fussballspielende Kinder nervt, hat er sich gegen die vom Gemeinderat genehmigte Trainsings-Verlängerung beim Kanton beschwert. Das Verwaltungsgericht spricht den Gemeinderat jedoch frei. Weitere Klagen liegen beim Kanton.

Andrea Weibel
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Spielende Kinder sind einem Bewohner dieser Häuser zu laut. SL/Archiv

Spielende Kinder sind einem Bewohner dieser Häuser zu laut. SL/Archiv

Der FC Tägerig braucht dringend mehr Trainingsplatz und will deshalb an vier statt nur drei Abenden pro Woche trainieren. Der Gemeinderat hat dies im August bewilligt.

Doch ein Anwohner des Fussballplatzes im Gebiet «Verlorenen» fühlt sich nicht nur durch den FC, sondern auch durch alle anderen Kinder, die auf dem Platz spielen, gestört. Weil der Gemeinderat auf seine Beschwerde aber erst nach knapp drei Monaten eingegangen ist, hat der Anwohner ihn der Rechtsverzögerung bezichtigt. Diese Klage wurde vom Kanton in erster Instanz gutgeheissen. «Dagegen haben wir aber relativ schnell Beschwerde eingereicht», so Gemeindeammann Jürg Walty. Das Verwaltungsgericht hat dieser Beschwerde nun stattgegeben.

FC suchte das Gespräch

«Dass der Einsprecher die Klage weiterzieht, glaube ich nicht», sagte der Ammann gestern auf Anfrage. Er erklärt, wie es zur Beschwerde wegen Rechtsverzögerung gekommen ist: «Im Juni hat sich der Anwohner direkt bei uns wegen Ruhestörung beschwert und eine Antwort bis Ende Juni verlangt.» Darauf habe jedoch der Fussballklub ein Gespräch mit ihm vereinbart. «Der Gemeinderat wollte nichts entscheiden, bevor dieses Gespräch stattgefunden hatte», so Walty.

Auf Einigung gehofft

Knapp drei Monate hat der Gemeinderat mit seiner Entscheidung gewartet, in der Hoffnung, «dass sich der Einsprecher und der FC einigen können». Das war nicht der Fall, stattdessen klagte der Einsprecher beim Kanton. In seinem Entscheid hielt das Verwaltungsgericht nun fest, dass dem Gemeinderat Tägerig keine Rechtsverzögerung vorgeworfen werden kann und in der Behandlungsdauer von zwei bis drei Monaten keine besonders lange Zeitperiode zu erkennen ist.

Zwei Verfahren wegen des zusätzlichen Trainingstages und der Lärmimmission, die ebenfalls aus der Feder desselben Anwohners stammen, sind noch beim Kanton hängig. «Der Gemeinderat kann momentan nichts tun. Ausserdem gibt es für Kinder, die einfach nur auf einem Feld spielen, keine Reglemente. Wir könnten höchstens einen Zaun um das Feld ziehen, aber das wäre vollkommen daneben», so Walty.

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