Während das Gros der Wohler Bevölkerung sich in der Badi abkühlt, erhitzen sich einige Gemüter weiterhin im Kampf um die sinnvolle Verwendung des Jacob-Isler-Areals. Der Gestaltungsplan für das rund 75 Aren umfassende Grundstück im ehemaligen Herzen des Dorfes, zwischen Bünz und Kirchenplatz, ist seit vier Jahren vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau genehmigt und somit rechtskräftig. Im vergangenen Jahr hat die Interessengemeinschaft «Oase Isler-Areal», seit 15. März 2017: Verein «OIA, Oase Jacob Isler-Areal», eine Initiative eingereicht, die darauf abzielt, das ganze Areal der Wohler Bevölkerung als Begegnungs- und Naherholungsort zugänglich zu machen. Ein Baumoratorium von zehn Jahren soll diesem Ansinnen Vorschub leisten.

In seinem Bericht an den Einwohnerrat hält der Gemeinderat nun fest, dass der Gestaltungsplan für das Jacob-Isler-Areal sowohl den Vorgaben des Masterplanes über das Ortszentrum sowie denjenigen der Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde entspreche. Auch der Forderung nach einer Begegnungsmöglichkeit auf dem Jacob-Isler-Areal wird im Gestaltungsplan Rechnung getragen. Der Gemeinderat warnt im Weiteren vor den negativen Auswirkungen, welche ein Baumoratorium auf die ohnehin schon prekäre Finanzlage der Gemeinde hätte. Seit dem 11. November 2011 gehört das Jacob-Isler-Areal der Einwohnergemeinde Wohlen. Die aktuelle Finanzplanung rechnet für dringend anstehende Grossinvestitionen in die Infrastruktur auch mit den finanziellen Mitteln aus der Veräusserung von Liegenschaften.

Dringender Sanierungsbedarf

Wohlen könnte das Geld aus dem Verkauf des Isler-Areals oder dessen Abgabe im Baurecht gut gebrauchen. Sanierungsarbeiten an Strassen und Gebäuden sind notwendig. Etwa die Sanierung und Umgestaltung der Allmendstrasse im Abschnitt Sorenbühlweg bis Mattenhofweg. Dafür wurden im Budget 2017 bereits 180 000 Franken für «bauliche Massnahmen» eingestellt. Im Rahmen der Detailplanung hat sich nun gezeigt, dass noch weitere Massnahmen notwendig sind. So müssen die Strassenentwässerung optimiert und die Spurbreite von stellenweise mehr als 7,5 Metern auf 5,5 Meter korrigiert werden. Ziele der umfassenderen Massnahmen sind neben der Strassensanierung die Verkehrsberuhigung in dieser T30-Zone sowie die gestalterische Aufwertung des Strassenraums im Bereich der Schul- und Freizeitanlagen Bünzmatt/Badi. Der Gemeinderat beantragt dafür beim Einwohnerrat einen Verpflichtungskredit von 388 000 Franken.

Weitere 185 000 Franken benötigt die Gemeinde für die Sanierung des Flachdachs auf dem Mehrzweckgebäude an der Wilstrasse (Werkhof). 2015 von der Einwohnergemeinde übernommen, zeigte sich ein Jahr später, dass das Dach über dem Bürotrakt undicht geworden ist.

Sparen konnte Wohlen allerdings im Bereich der Strassenbeleuchtung. Durch neue LED-Lampen und effizientere Lichtsteuerungen konnte der Energieverbrauch um mehr als 30 Prozent reduziert werden. Genug Energie für rund 80 Haushalte.