Wohlen

Gemeinderat beantragt: Badi und Eishalle müssen abspecken

Bei der Schwimmbadsanierung könnte die neue Wasserfläche von 250 Quadratmetern gestrichen werden.

Bei der Schwimmbadsanierung könnte die neue Wasserfläche von 250 Quadratmetern gestrichen werden.

Der Gemeinderat beantragt einen 290'000-Franken-Kredit für die Projektierungsvorbereitung. Damit soll das bisherige Studienprojekt deutlich abgespeckt werden. Dieses sieht Baukosten von rund 30 Millionen Franken vor.

Ist es Zufall, dass die Visualisierungen für die Sanierung des Schwimmbads und den Neubau einer Eishalle in Wohlen eine herbstliche Szenerie zeigen? Auf jeden Fall passt die Stimmung mit fallenden Blättern gut zur aktuellen Vorlage des Gemeinderats.

290'000 Franken soll der Einwohnerrat im August bewilligen, damit soll das bisherige Studienprojekt deutlich abgespeckt werden. Dieses sieht Baukosten von rund 30 Millionen Franken vor – der vom Gemeinderat vorgegebene Kostenrahmen liegt hingegen bei 20,3 Millionen Franken.

Planer zeigen Sparmöglichkeiten

Bei der Prüfung der eingereichten Projektstudien stellte das Beurteilungsgremium unter der Leitung von Vizeammann Matthias Jauslin fest, dass das Kostendach mit dem bisherigen Raumprogramm nicht eingehalten werden kann.

Das siegreiche Planungsteam, die Arbeitsgemeinschaft phalt Architekten AG / b + p Baurealisation AG aus Zürich, hat diese Problematik auch erkannt und weist selber auf Sparmöglichkeiten hin.

Jauslin nennt auf Nachfrage mehrere Posten, bei denen gespart werden könnte. «Es wäre denkbar, auf die zusätzliche Wasserfläche von 250 Quadratmetern in der Badi zu verzichten oder diese später zu realisieren.»

Auch bei der Eishalle gibt es laut dem Wohler Finanzvorsteher Sparpotenzial: «Der Restaurationsbetrieb könnte kleiner werden, wir müssen über den Geräteraum für das Sportzentrum Niedermatten nachdenken und grundsätzlich das ganze Raumprogramm überprüfen», blickt Jauslin voraus.

Nicht nur das vorgesehene Gebäudevolumen, auch die Verschiebung von Minigolfanlage und Skateplatz müsse mit Blick auf die Kosten überdacht werden.

Nicht nur Kostenreduktion

Matthias Jauslin erklärt, der Zwischenschritt der Vorprojektierung sei nötig, «weil wir gemerkt haben, dass eine 30-Millionen-Vorlage auf Basis einer Projektstudie beim Volk keine Chance gehabt hätte.»

Neben der Kostenreduktion sollen «weitere notwendige Parameter für einen Projektierungskredit» abgeklärt werden. Konkret geht es darum, die künftige Zusammenarbeit von Gemeinde und Eisbahngenossenschaft festzulegen.

Dafür soll ein Rahmenvertrag über die Gesamtprojektentwicklung abgeschlossen werden. «Die Organisation ist so ausgelegt, dass die Gemeinde die Federführung behält und die weitere Projektentwicklung in einem partnerschaftlichen Verhältnis mit der Genossenschaft Eisbahn Wohlen und allenfalls weiteren Investoren erfolgen kann», heisst es in der Vorlage.

Genehmigt der Einwohnerrat die 290 000 Franken für die Vorprojektierung, sollen in der nächsten Phase auch diverse finanzielle Fragen geklärt werden.

So müssen die Betriebskosten und -erlöse ermittelt werden, ein Finanzierungsmodell für das Projekt ist nötig und mögliche Beiträge von Gemeinden, Kanton oder Banken sollen gesichert werden.

Volksabstimmung im Jahr 2015?

Läuft alles nach Plan, soll dem Einwohnerrat noch dieses Jahr der Projektierungskredit vorgelegt werden. Ein Beschluss über den Baukredit wäre laut Jauslin im Herbst 2014 möglich, im Januar 2015 könnte die Bevölkerung über das Projekt entscheiden.

Gibt es an der Urne ein Ja, und stimmt das Volk auch der schon angekündigten Steuererhöhung für das Projekt zu, könnten in zwei Jahren die ersten Baumaschinen auffahren.

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