Fast wäre das Projekt «Ursus» gescheitert. An der Gemeindeversammlung stimmten 45 für, 45 gegen den Rückweisungsantrag, der den Neubau des Gemeindehauses beerdigt hätte – damit kam keine Mehrheit zustande.

Dafür beschloss die Versammlung, dass das neue Gemeindehaus samt Bauamt so weit wie möglich in nördliche Richtung verschoben werden soll, damit das alte Gebäude erst abgebrochen werden muss, wenn das neue steht. So konnte man auf die Provisorien verzichten. Gestrichen wurde auch die 400 000 Franken teure Tiefgarage.

Bauarbeiten bis Herbst 2017

Gestern erfolgte nun der Spatenstich für den 5,76 Millionen Franken teuren Neubau. Im November 2017 soll er bezugsbereit sein. Er soll eine einprägsame Gebäudeform erhalten, die durch die alten Bauernhäuser der Region inspiriert ist.

Der fertige Bau wird durch eine helle Empfangshalle geprägt sein, von wo aus der Zutritt zu den Schaltern der Gemeindekanzlei und der Abteilung Steuern/Finanzen erfolgt. Über eine breite, zweiläufige Treppe gelangt man ins Obergeschoss, wo das kleine Sitzungszimmer, der Aufenthaltsraum, die Reservebüros und die Archivräume galerieartig erschlossen sind.

Die zweigeschossige zentrale Halle verbindet die beiden Geschosse räumlich zu einer Einheit. Der Raum unter dem steilen Dach ist für Sitzungen in einem grösseren Personenkreis oder für andere Veranstaltungen wie Seminare oder Apéros nutzbar.

Im Untergeschoss befinden sich der Technikraum und die Räumlichkeiten des Bauamts. Der Neubau wird aus einem warmweiss eingefärbten Beton gefertigt. «Das Gemeindehaus wird modern, grosszügig und hat Reserven», fasste Gemeindeammann Walter Stierli anlässlich des Spatenstichs zusammen. «Wir freuen uns auch, dass der Werkhof einen zentralen Standort erhält und die Geräte nicht mehr auf verschiedene Orte verteilt sind.

Entlang der alten Landstrasse wurden provisorische Parkplätze für die Kunden und das Personal der Gemeindeverwaltung eingerichtet.

Weil das neue Gemeindehaus, wie von der Gemeindeversammlung verlangt, so platziert wird, dass das alte während der Bauzeit bestehen bleiben kann, muss für den Standort der Entsorgungsstelle eine temporäre und eine definitive Lösung gesucht werden. Der Bau der Entsorgungsstelle wurde deshalb vom Neubauprojekt Gemeindehaus abgekoppelt.

Temporär wurde die Entsorgungsstelle hinter der Scheune bei der Beerli Holzwaren AG verschoben. Es sei durchaus möglich, dass dies auch der definitive Standort werde, so Gemeindeschreiber Lukas Jansen. Fest steht aber, dass die unansehnlichen Container durch versenkbare Sammelcontainer ersetzt werden sollen.