Tägerig

Gemeindeammann verlässt SVP im Streit

Jürg Walty und Erwin Meier

Jürg Walty und Erwin Meier

Jürg Walty tritt aus der Volkspartei aus, weil Vertreter der eigenen Partei ihm in den Rücken gefallen seien. SVP-Ortspräsident Erwin Meier kontert die Vorwürfe.

«Gemeindeammann Jürg Walty ist mit sofortiger Wirkung aus der Orts-SVP-Ortspartei ausgetreten», war Anfang Woche auf www.taegerig.ch zu lesen. Und weiter: «Das Verhältnis zwischen dem Präsidenten der SVP Tägerig, Erwin Meier, und Walty ist seit den unsachlichen und unfairen Angriffen gegen den zurückgetretenen Ammann Willi Gloor durch Erwin Meier an den letzten Gemeindeversammlungen gestört.»

In der nicht unterschriebenen Mitteilung, die vom 7. Februar datiert und auch heute via Google problemlos als PDF zu finden ist, steht weiter: «Dass nun drei SVP-Mitglieder, darunter zwei aus dem Vorstand, eine Einsprache gegen den Altersheimumbau gemacht haben, ohne die drei SVP-Vertreter im Gemeinderat vorab zu informieren, hat das Fass zum Überlaufen gebracht.» Für Jürg Walty ist dieses Vorgehen «ein klarer Vertrauensbruch und keine Basis für eine zukünftige Zusammenarbeit mit diesen Herren». Auf Nachfrage der az Aargauer Zeitung sagte Walty, es sei «unhaltbar, wenn mir Vertreter der eigenen Partei in den Rücken fallen».

Mitteilung nicht mehr online

Inzwischen ist die Mitteilung auf www.taegerig.ch nicht mehr abrufbar. Dafür hat SVP-Tägerig-Präsident Erwin Meier gesorgt. «Jürg Walty hat für seine Schlammschlacht gegen mich die Gemeindehomepage missbraucht», sagt er. Dies ist laut Meier juristisch fragwürdig und egoistisch. Er ergänzt: «Jürg Walty hat die Mitteilung am 15. Februar nach schriftlicher Aufforderung der SVP Tägerig innert zweier Stunden entfernt.»

Weiter hält Meier fest: «Tatsache ist, dass Jürg Walty mehrfach öffentlich erklärt hat, er sei nur ein 50%-iges SVP-Mitglied.» Waltys Austritt sei absehbar gewesen und «eine logische Konsequenz seiner inneren Entfremdung von der SVP», führt Meier aus.

Differenzen mit dem Gemeinderat

Zudem betont der SVP-Tägerig-Präsident, er habe weder den Gemeindeammann noch Gemeinderatsmitglieder persönlich angegriffen, sondern lediglich Fragen und Anliegen seiner Partei sachlich eingebracht. «Diese Interventionen stimmten allerdings mehrheitlich nicht mit der politischen Auffassung von Jürg Walty überein», räumt Meier ein.

Genauer geht er auf einen Punkt ein: «Bei der neuen Bau- und Nutzungsordnung kritisierte ich, dass man dem früheren Gemeindeammann Willi Gloor ohne Mitwirkungsverfahren 300m Bauland eingezont hat, es aber gleichzeitig versäumte, mit anderen Landbesitzern einvernehmliche Lösungen zu suchen.»

Auch die Finanzierung des Altersheimumbaus kritisiert Meier. «Ich bin der Meinung, dass eine Risikogarantie der Gemeinde von 3 Mio. Franken hinterfragt werden darf.» Wegen baurechtlicher Unsicherheiten und fehlender Informationen zur Finanzierung hätten drei SVP-Vertreter eine Einsprache eingereicht. Meier hält fest: «Trotzdem unterstützen die Einsprecher den Umbau des Altersheims grundsätzlich. Er sollte aber gesetzeskonform und korrekt finanziert realisiert werden.»

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