Wohlen

Gemeindeammänner: «Unsere Region braucht starke Berufsfachschule»

Das bbz hat sein neues Kursprogramm veröffentlicht.

Das bbz hat sein neues Kursprogramm veröffentlicht.

Verantwortliche des Berufsbildungszentrums Freiamt und Gemeindeammänner sind klar für Variante «Beta»

Der Kanton Aargau strebt eine bessere Auslastung und eine Konzentration der Berufsbildungsstätten an. Die aufgegleiste Reorganisation der Bildungslandschaft soll eine jährliche Kosteneinsparung von 4 bis 7 Millionen Franken bewirken und zudem die Aargauer Regionen angemessen berücksichtigen. Drei Varianten – Alpha, Beta, Gamma – schlägt der Regierungsrat zur Umsetzung des «Standort- und Raumkonzepts Sekundarstufe II» vor.

Die Verantwortlichen des Berufsbildungszentrums Freiamt (bbzf) und die Gemeindeammänner von Muri und Wohlen sind sich einig: «Unsere Region braucht eine starke Berufsfachschule, wir bevorzugen Variante Beta.»

Fürs Berufsbildungszentrum Freiamt in Wohlen würde Beta zwar die Schliessung der Abteilung Gewerbe und Technik bedeuten, was auch bei der Umsetzung von Alpha oder Gamma der Fall wäre. Aber das bbzf würde als kaufmännisches Kompetenzzentrum aufgewertet.

«Beta bietet faire Verteilung»

In der schriftlichen Stellungnahme an den Kanton halten die Freiämter Vertreter fest: «Beta berücksichtigt die Interessen der Regionen am besten. Sie ist die einzige Variante, bei der kein Berufsschulstandort geschlossen wird.

Nur Beta gewährleistet eine faire Verteilung der Standorte im Aargau.» Das Berufsbildungszentrum Freiamt in Wohlen eigne sich optimal als kaufmännisches Kompetenzzentrum. Dies wegen der modernen, kürzlich erneuerten Infrastruktur, einer bestens ausgebauten Mensa und der Nähe der Berufsschulturnhallen.

«Gamma bloss Scheinvariante»

Von Gamma halten die Freiämter nichts: «Das ist eine Scheinvariante. Die damit verbundene Absicht, die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales aufzuspalten, ist unverständlich.

Das Fricktal verlöre sein Berufsbildungszentrum mit regionalem Bezug und würde zu einem blossen Ableger der Zentrale Brugg. Und dem Freiamt mit seinem Standort Wohlen würde als einzige Region die Berufsfachschule komplett entzogen.»

Denn ohne Wohlen würde die Achse Aarau-Baden samt Lenzburg/Brugg zusätzlich aufgebläht. So bliebe letztlich die Wachstumsregion Freiamt auf der Strecke.

Im Weiteren wird in der Stellungnahme aus dem Freiamt bemängelt, dass die schulischen Erfolge im Zusammenhang mit der Standort-Berücksichtigung «kein Thema sind. Seit Jahren schliesst die kaufmännische Abteilung des BBZ Freiamt in den kantonal und eidgenössisch standardisierten Abschlussprüfungen mit Spitzenleistungen ab.» Die Schulqualität müsse doch auch ein Kriterium sein.

«Nicht nachvollziehbar»

Kritisch äussern sich die Freiämter gegenüber der bereits eingeleiteten Reorganisation der Mittelschulen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Regierungsrat schon vor einem Jahr den Verbleib von Wirtschaftsmittelschule (WMS) und Informatikmittelschule (IMS) bei den Kantonsschulen beschloss.

«WMS und IMS sind keine gymnasialen Bildungsgänge», halten die Freiämter fest, «sie schliessen mit der kaufmännischen Berufsmatur und dem eidgenössichen Fähigkeitszeugnis ab, also mit den identischen Diplomen wie Absolventen der kaufmännischen Berufsmatur.»

Meistgesehen

Artboard 1