Die Gemeindekanzlei Uezwil hat es publiziert: «Der Gemeinderat richtet diesen Frühling diesem Thema ein besonderes Augenmerk bei.» Mit «diesem Thema» ist die Lagerung von ausgedienten Fahrzeugen und Fahrzeugteilen im Freien gemeint. Denn dies ist laut Gesetz verboten, wenn die Fahrzeuge oder deren Teile ausgedient sind und sie länger als drei Monate im Freien stehen. Der Grund dafür: Insbesondere der Rost kann problematisch für die Umwelt sein.

Ein bekanntes Uezwiler Beispiel für ausgediente Fahrzeuge, die im Freien vor sich hinrosten, findet man auf dem Hof von Hans Wüthrich im Hinterdorf. Ein metallener alter Wagen vom Zirkus Knie ragt hinter einer Mauer hervor, daneben stehen verschiedene Mulden oder Wagen, Ast- und Steinhaufen, Metall, Kies und Holz.

Wenn man nicht wüsste, wo man wäre, könnte man es als geheimnisvollen Spielplatz voller wunderlicher Gegenstände anschauen. Doch auch der 59-jährige Bauer kann verstehen, dass die Gemeinde unzufrieden mit der Situation auf seinem Hof ist. «Man sieht es halt von allen Seiten», sagt er. «Das stört mich sogar selber, da muss sich etwas ändern.»

Gesammelte Strohballenschnüre

Diese Idee hatte er schon öfter, meistens scheitert sie allerdings schlicht an einem: «Ich kann einfach nichts wegwerfen», gibt Wüthrich schulterzuckend zu. «Ich denke mir immer, man könnte es doch irgendwann noch gebrauchen.» Ein kleines Beispiel: Es reut ihn sogar, die Schnüre von den Strohballen wegzuwerfen.

Doch es gibt einige Dinge, bei denen selbst ihm klar ist, dass er sie wegschaffen muss. «Eine Zeit lang hat ein Kollege von mir hier seine alten Lastwagen gelagert, diese repariert und in den Osten gebracht», erzählt er. «Doch leider ist er gestorben, und die Entsorgung der Lastwagen blieb somit an mir hängen.» Fast alle ist der Üezmeler mittlerweile losgeworden, den letzten will er baldmöglichst ebenfalls entsorgen.

Wenns den Tieren gefällt . . .

«Ich habe schon verschiedene Anläufe genommen, um aufzuräumen, und auch schon vieles entsorgt. Aber manchmal lag es nicht an mir», berichtet er. «Einmal wollte ich zwei metallene Mulden fortschaffen, doch darunter lebte ein Gewimmel von Feuersalamandern. So viel ich weiss, sind die geschützt. Und wenn die sich unter der Mulde wohlfühlen, kann ich mir kaum vorstellen, dass die so schädlich sein soll.»

Einen Asthaufen hat er auf seinem Feld liegen lassen, weil dort jede Menge andere Tiere leben, «und einmal wollte ich im Winter ein Palett mit Siloballen darauf verschieben, da schlief aber ein Igel drunter, da werde ich den doch sicher nicht im Winterschlaf stören.» Grundsätzlich findet er: «Ich möchte mit dem Zustand meines Hofes niemandem Schaden zufügen und niemanden ärgern.»

Ein weiteres Argument ist, dass der Begriff «ausgedient» sehr weit ausgelegt werden könne. «Ich werfe doch nichts weg, was ich noch brauchen kann. Zum Beispiel den Knie-Wagen: Meine Kinder haben sich sehr oft dahin zurückgezogen, als sie Jugendliche waren. Meine Enkel sind zwar noch klein, aber denen möchte ich das doch auch ermöglichen können.»

Gemeinde will informieren

Trotzdem weiss der Bauer, dass er im grossen Stil aufräumen muss. Gemeindeammann Stefan Meyer bestätigt auf Anfrage: «Wir haben allen ortsansässigen Firmen und Bauern das Merkblatt geschickt. In erster Linie wollen wir einfach wieder darüber informieren und hoffen, es bessere sich von selber. Wenn nicht, werden wir mit den entsprechenden Leuten reden. Wenn das auch nicht hilft, werden wir Vertreter des Kantons beiziehen.»

Hans Wüthrich musste aus demselben Grund vor Jahren schon eine Busse zahlen. «Jetzt werde ich sicher dafür sorgen, dass zumindest die Dinge, die mir nicht gehören, vom Hof wegkommen und die anderen gut versorgt sind.»