Grundsatzentscheid
Gemeinde Muri will das Zentrum Roos verkaufen

Der Verkauf des Zentrums wird nicht einfach werden, der Gemeinderat wird jetzt als ersten Schritt eine Verkehrswertschätzung machen lassen.

Eddy Schambron
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Im Jahre 2003 übernahm die Gemeinde Muri das damalige Landwirtschaftliche Bildungs- und Beratungszentrum (LBBZ) für 4 Millionen Franken vom Kanton. Nun wird ein Käufer gesucht.

Im Jahre 2003 übernahm die Gemeinde Muri das damalige Landwirtschaftliche Bildungs- und Beratungszentrum (LBBZ) für 4 Millionen Franken vom Kanton. Nun wird ein Käufer gesucht.

Eddy Schambron

Der Gemeinderat will sich vom Zentrum Im Roos trennen. Das bestätigt Gemeindepräsident Hampi Budmiger: «Wir haben den Grundsatzentscheid gefällt, die Liegenschaft auf den 1. Januar 2017 zu veräussern.» Über Preis und mögliche Käuferschaft kann er zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nichts sagen: «Zuerst müssen wir jetzt eine Verkehrswertschätzung machen, erst dann können wir auf die Suche nach potenziellen Kaufinteressenten gehen.»

Schrammte Muri 2003 am Asylzentrum vorbei?

Der Kanton prüfte 2003 auch die Unterkunft für 200 Asylbewerber im damaligen Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBBZ). Tatsache sei, sagte der damalige Leiter des kantonalen Sozialdienstes, Robert Jäger, dass die vielen kleinen Asylantenunterkünfte mit sechs bis zwölf Personen für den Kanton unwirtschaftlich seien. «Ein grosses Zentrum wäre sicher wirtschaftlicher und mit einer 24-Stunden-Betreuung einfacher zu führen.» Mit dem Kauf des Zentrums war eine mögliche Asylunterkunft allerdings vom Tisch.
Weil die Bürgergemeinde Zug die Sanierung und Erweiterung ihres Altersheimes Mülimatt in Oberwil plante, wurde als eine Möglichkeit der zeitlich befristete Umzug der Heimbewohnerinnen und -bewohner ins LBBZ geprüft. Vor allem die relativ grosse Distanz, der damit verbundene Transport des Personals und die fehlende Anbindung an den öffentlichen Verkehr hatten gegen das LBBZ gesprochen. (es)

Eher schwieriges Objekt

Einfach wird der Verkauf des Zentrums mit seinen vielen Gängen und einem grossen Speisesaal nicht werden, das ist sich der Gemeindepräsident bewusst. Kommt hinzu, dass im Zehnjahres-Programm erhebliche notwendige Investitionen für das Zentrum enthalten sind, die sich auf den Verkaufspreis auswirken werden. «Auf der anderen Seite bietet das Roos eine absolut einmalige Lage und hat einiges zu bieten.»

2003 vom Kanton gekauft

Die Einwohnergemeindeversammlung von Juni 2003 stimmte dem Kauf des damaligen Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum (LBBZ) vom Kanton für 4 Mio. Franken zu und genehmigte 250 000 Franken für Einrichtungs- und Inventarkosten. Mit ein Grund für den Kauf war die Schulraumknappheit. Gegenwärtig sind im Durchschnitt drei Abteilungen der Oberstufenschule im Roos untergebracht.

«Mit oder ohne Roos, wir werden angesichts des Wachstums unserer Gemeinde längerfristig nicht darum herumkommen, erneut mehr Schulraum zu schaffen», sagt Budmiger. «Wenn wir schon erweitern müssen, wird es wohl sinnvollerweise eher zentral und in der Nähe der Turn- und Sportanlagen sein.» Sollte 2017 das Zentrum verkauft werden, können die drei jetzt im Roos domizilierten Oberstufenabteilungen bis zur nächsten Schulraumerweiterung in den bestehenden Schulhäusern untergebracht werden.

Schnell belegt

Nach dem Kauf der Gebäude war das Zentrum Im Roos, wie es neu hiess, relativ schnell belegt. Vom Kanton verkauft wurde auch der Gutsbetrieb der ehemaligen landwirtschaftlichen Bildungsstätte. Der Regierungsrat hatte aus den rund zwanzig Offerten derjenigen der Murianer Bauernfamilie von Walter Strebel den Zuschlag gegeben. Den 18-Hektar-Betrieb mit Viehzucht, Acker- und Obstbau führt der Sohn und Meisterlandwirt Othmar Strebel.

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