Geltwil

Geltwiler sollen Erdwärme und Sonne nutzen

Das Süddach des erweiterten und sanierten Schulhauses in Geltwil produziert bereits Strom. Es dürften in kurzer Zeit weitere Anlagen dazukommen. fotos: ES

Das Süddach des erweiterten und sanierten Schulhauses in Geltwil produziert bereits Strom. Es dürften in kurzer Zeit weitere Anlagen dazukommen. fotos: ES

Das Millionengeschenk von Franz Käppeli ermöglicht viele konkrete Investitionen in die erneuerbare Energie. Erste Anfänge sind gemacht: Auf dem Schulhausdach produziert bereits eine Photovoltaikanlage von Max Wyder, Sins, Strom.

Geltwil kann in Sachen erneuerbarer Energie zur Schweizer Pioniergemeinde werden. Als Starthilfe hat der mit Geltwil/Isenbergschwil verbundene Franz Käppeli eine Million Franken zur Verfügung gestellt (az Aargauer Zeitung von gestern). «Das Geschenk ist eine Riesenüberraschung und freut die Bevölkerung sehr», stellt Gemeindeammann Urs Hornecker fest.

Eine Photovoltaikanlage in Isenbergschwil ist ebenfalls schon bewilligt, weitere sind in Planung. «Das geschenkte Geld wird der erneuerbaren Energie in Geltwil weiter Auftrieb verleihen», ist Hornecker überzeugt.

Rahmenbedingungen festlegen

Klar ist: Die Million liegt auf einem separaten Konto, das von der Gemeinde verwaltet wird. «Die Million gehört nicht der Gemeinde», betont Hornecker, «sie gehört den Geltwilerinnen und Geltwilern, welche aktiv zur Förderung und Produktion erneuerbarer Energie beitragen wollen.» Wer beispielsweise seinen Ölbrenner ersetzen muss oder will, kann die Mehrkosten für eine Erdwärmenutzung aus diesem Geschenk decken. Wer eine Photovoltaikanlage erstellen oder sein Wasser solar erwärmen will, erhält die dafür notwendige Unterstützung auch in finanzieller Form.

Das ist die Vorstellung des Geldgebers Franz Käppeli. «Jetzt müssen wir noch die Rahmenbedingungen festlegen», macht Hornecker klar, «beispielsweise darüber, wer für was wie viel Geld erhält. Und wer über das Beitragsgesuch entscheidet.» Der Gemeindeammann will bis zur Einwohnergemeindeversammlung am 23. November die entsprechenden Fragen klären. Die Gemeinde als Kontoinhaberin wird in jedem Fall aber die finanziellen Transaktionen übernehmen. «Eine Million Franken sind viel Geld, und damit lässt sich vieles erreichen», ist Hornecker überzeugt.

Unabhängig werden

Jetzt sind alle eingeladen, umzusteigen. «Wir starten heute, damit wir morgen von nicht-erneuerbarer Energie unabhängig werden», erklärt Franz Käppeli. «Wenn die Sonne scheint, flüchten viele in den Schatten. In Geltwil/Isenbergschwil machen die Menschen davon Strom und warme Stuben.» Es genüge nicht, Energie zu sparen.

«Wir müssen sie auch selber erzeugen.» Die Familie Käppeli ist seit 1661 in Isenbergschwil ansässig. Der direkte Nachfahre Franz Käppeli, CEO der medica, Medizinische Laboratorien Dr. F. Käppeli AG, Zürich, besitzt das Stammhaus Käppeli in Isenbergschwil und «ist stolz, einer von ihnen zu sein».

«Rundum zufrieden» zeigt sich Gemeindeammann Urs Hornecker schliesslich mit dem Geltwiler Dreitage-Fest zur Einweihung des Schulhauses: «Alle haben mitgeholfen, alle haben mitgemacht, dieses Miteinander, das ist Geltwil.»

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