Oberfreiamt

Gegenseitige Unterstützung: Auch in Muri gibt es für Engagement jetzt Zeitgutschrift

Sie setzen sich für die Zeitvorsorge ein (v.l.): Esther Burkard (Geschäftsführerin KISS Oberfreiamt), Sandra Portmann (Pflegi Muri), Madeleine Sennrich Köpfli (Koordinatorin für Muri und Umgebung), Jacqueline Strebel (Interimspräsidentin KISS Oberfreiamt).

Sie setzen sich für die Zeitvorsorge ein (v.l.): Esther Burkard (Geschäftsführerin KISS Oberfreiamt), Sandra Portmann (Pflegi Muri), Madeleine Sennrich Köpfli (Koordinatorin für Muri und Umgebung), Jacqueline Strebel (Interimspräsidentin KISS Oberfreiamt).

Tiefere Geburtsraten, höheres Lebensalter und zunehmende Mobilität führen zu tiefgreifenden Änderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Das Modell Zeitvorsorge ist eine Antwort darauf, die es jetzt auch in Muri gibt.

Die Selbsthilfe der Menschen durch direktes Engagement, das nicht über Geld gesteuert wird, gewinnt an Bedeutung. Es gibt bereits verschiedene Organisationen, die nach diesem Ansatz in unterschiedlicher Art arbeiten. Eine dieser Organisationen ist KISS («Keep it small and simple»).

Wer sich freiwillig engagiert, bekommt die aufgewendete Zeit gutgeschrieben und kann diese Zeit später für sich beanspruchen, wenn er oder sie selber auf Hilfe angewiesen ist. Dieses Modell gilt nicht nur für betagte Leute, sondern kann auch durch junge Menschen gegeben und beansprucht werden.

Die Idee ist also, dass sich Menschen aller Generationen gegenseitig unterstützen. Das Ziel der Genossenschaften ist, dass betagte Menschen und Menschen jeden Alters in Notsituationen dank gegenseitiger Unterstützung möglichst lange zu Hause bleiben können.

Jetzt auch in Muri

Die Genossenschaft KISS Oberfreiamt wurde 2016 auf Initiative des verstorbenen Leiters des Zentrums Aettenbühl in Sins, Paul Villiger, gegründet. Ihr gehörten die sechs Gemeinden Sins, Abtwil, Auw, Dietwil, Mühlau und Oberrüti an.

In jeder dieser Gemeinden ist eine Koordinatorin für die Zusammenführung von sogenannten Tandems verantwortlich. In Sondierungsgesprächen mit dem Altersheim St. Martin und der Pflegi Muri wurde vereinbart, in Muri keine eigene Genossenschaft zu gründen, sondern den Bezirkshauptort in die Genossenschaft Oberfreiamt einzubinden. Zu den bereits 120 Mitgliedern der Gründergemeinden kommen nun noch die Freiwilligen aus Muri dazu. Das Angebot wird auf Muri und Umgebung ausgeweitet.

Eine Koordinatorin für Muri konnte in der Person von Madeleine Sennrich Köpfli gewonnen werden. Die gebürtige Sinserin arbeitet Teilzeit in der katholischen Pfarrei Muri und ist auch in der Kirchenpflege tätig. Sandra Portmann ist in der Pflegi Muri für Kultur- und Freiwilligenarbeit zuständig und wird die Koordination mit KISS übernehmen. Das Gleiche gilt auch für Renate Feller und Esther Emmenegger vom Altersheim St. Martin in Muri.

Grosses Spektrum an Leistungen

Die Leistungen im Angebot von KISS sind vielseitig. Hausarbeiten, Einkaufen, Vorräte kontrollieren, Kochen, Garten- oder Balkonarbeiten, Betten machen und wechseln, Waschen, Bügeln, Flicken, Putzen, kleinere Gerätereparaturen, Fahrdienste, Sachtransporte mit PW, Umzugsunterstützung, Büroarbeiten, Wohnung hüten, Briefkasten leeren, Tierpflege, Angehörige entlasten, zusammen Zeit verbringen, Zuhören, Vorlesen, Spiele machen, einfach da sein und Geborgenheit vermitteln. Und noch vieles mehr. Grenzen gibt es fast keine. (rico/az)

Mehr Infos unter www.kiss-zeit/oberfreiamt oder oberfreiamt@kiss-zeit.ch.

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