Zufikon
Gegen die Eschenwelke ist kein Kraut gewachsen

Der Waldumgang der Ortsbürgergemeinde im Hardwald hat über 150 Dorfbewohner angezogen. Seit die Ortsbürgergemeinde nicht bloss die Bürgerinen und Bürger zum jährlichen Waldumgang einlädt, sondern alle Zufikerinen und Zufiker, wird der Anlass sehr gut besucht.

Lukas Schumacher
Drucken
Teilen
Ausgestopftes Exemplar: Jagdleiter Roland Meier stellte auf humorvolle Art den Rotfuchs vor. sl

Ausgestopftes Exemplar: Jagdleiter Roland Meier stellte auf humorvolle Art den Rotfuchs vor. sl

So auch diesmal. Nebst 150 Erwachsenen nahmen 15 Kinder teil. Sie kamen in den Genuss eines kindergerechten Spezialprogramms unter der Obhut von Waldspielgruppenleiterin Esther Huber aus Jonen.

Laubholz dominiert

Urs Huber, mittlerweile seit 15 Jahren Revierförster, führte die Umgänger durch den Hardwald, einen äusserst vielfältigen Teil der alles in allem 130 Hektaren umfassenden Zufiker Waldungen. Diese Vielfalt kommt laut Huber auch dadurch zum Ausdruck, dass in den Zufiker Wäldern 60% Laubbäume und 40% Nadelbäume stehen. Denn der typische Schweizer Wald weise 60% Nadelhölzer und 40% Laubhölzer auf.

Im Hardwald nordöstlich des Forsthauses Nüesch befindet sich auch die unterirdisch angelegte Quellwasserfassung Metzg. Sie wurde vor wenigen Jahren zu Kosten von rund 360000 Franken gebaut. Wie Gemeinderat Patrick Cimma ausführte, wird das Wasser der Quellfassung nicht nur vom Forstbetrieb genutzt. Ein Teil des dortigen Trinkwassers wird hinauf ins Wasserreservoir gepumpt und gelangt von dort in die Leitungen der Regionalen Wasserversorgung Mutschellen. Zufikon liefert der Wasserversorgung jährlich rund 40 Kubik Wasser. Das ist zwar keine sehr grosse Menge, aber die Nutzung des einheimischen, qualitativ einwandfreien Trinkwassers macht Sinn.

Pilzkrankheit

Praktisch überall in der Schweiz leiden Eschen unter der Krankheit Eschenwelke. Auch im Hardwald weisen Eschen Krankheitssymptome auf, die dieser aggressive Pilz verursacht: welke Blätter, kahle Äste, absterbende Zweige. Eine Methode zur Bekämpfung der Krankheit gebe es leider nicht, teilte Revierförster Huber mit.

Im Zufiker Emaus-Wald an der Reuss sind zwei grössere Flächen gerodet und mit jungen Eichenpflanzen aufgeforstet worden. Der Kanton Aargau unterstützt die Eichenförderung mit finanziellen Beiträgen. Laut Kreisförster Erwin Jansen ist die Eiche ein selten gewordener, hochinteressanter Baum, der bis zu 1000 Insektenarten Lebensraum und Nahrung bietet. So auch dem bekannten Hirschkäfer oder den Raupen des grau-braunen Schmetterlings Eichenprozessionsspinner. Roland Meier aus Widen, der Jagdleiter des Jagdvereins Zufikon, lockerte den Waldumgang mit einem witzigen Kurzvortrag über den Allesfresser Fuchs auf. Bei einem feinen Mittagessen und zu Liedern des Männerchors Zufikon klang der Anlass in der Freiluftfestwirtschaft beim Forsthaus aus.

Aktuelle Nachrichten