Waltenschwil
Gefährlicher Schulweg soll endlich von den Lastwagen weg

An der Gmeind vom 6. Juni geht's um Sicherheit, Fairness und Menschlichkeit.

Andrea Weibel
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Statt bei der grossen Kreuzung nahe der Industrie (beim roten Lastwagen) soll der Schulweg für die Kinder aus dem Gebiet Büelisacker künftig über den Breiteweg (Bildvordergrund) führen.

Statt bei der grossen Kreuzung nahe der Industrie (beim roten Lastwagen) soll der Schulweg für die Kinder aus dem Gebiet Büelisacker künftig über den Breiteweg (Bildvordergrund) führen.

Andrea Weibel

Die Kinder vom Dorfteil Büelisacker haben einen gefährlichen Schulweg. Das ist bekannt. Schon seit Jahren versucht der Gemeinderat, dafür eine Lösung zu finden. «Das letzte Projekt beim Kreisel ‹Heim› haben wir verworfen, weil es zu viele Einsprachen gegeben hat und die Sicherheit trotz allem Aufwand nicht vollständig hätte gewährleistet werden können», erklärt Gemeindeammann Michel Christen.

Der Kreisel «Heim» grenzt direkt ans Waltenschwiler Industriegebiet, weshalb die radelnden Schüler sich die Strasse und auch den Vortritt oft mit Lastwagen hätten teilen oder eben streitig machen müssen. «Die neue Lösung ist teurer und aufwendiger, dafür ist sie aber auch die beste Lösung, die es abgesehen von einer Unterführung geben kann», ist der Ammann überzeugt. Tatsächlich kostet sie rund das Doppelte des vorherigen Projektes: 320'000 Franken.

Neu soll der Radweg auf der Büelisackerseite der Chreesstrasse K367 verbreitert und einige Meter weitergeführt werden. Nach der grossen Kreuzung ist eine Radwegquerung der Chreesstrasse angedacht. Bis zum Breiteweg müsste der bestehende Fussweg um 50 Zentimeter verbreitert werden, um zu einem kombinierten Fuss-/Radweg zu werden. Ein kleiner Verbindungsweg zwischen Breiteweg und Büelisackerstrasse müsste zudem um 1 auf 2,5 Meter verbreitert werden, um ihn als Radweg nutzen zu können.

Kauf von zwei Einfamilienhäusern

An der Ortsbürgergemeindeversammlung vom 4. Juni steht vor allem der Kauf von zwei Einfamilienhäusern direkt neben der Spielwiese beim Schulhaus im Zentrum. «Es ist nicht zwingend, dass wir sie kaufen, aber strategisch sinnvoll», so Ammann Michel Christen.

«Wir sind bereits in Verhandlung mit den Landeigentümern und hoffen, dass wir die nötigen Landstreifen oder allenfalls das Wegrecht erwerben können.» Heute sind es nur wenige Primarschüler, die den Weg vom Büelisacker ins Dorf täglich mit dem Velo fahren, der Dorfteil Büelisacker ist aber durch Überbauungen stark im Wachsen begriffen, «da müssen wir etwas tun».

«Katastrophale Zustände»

Dieser Satz des Ammanns könnte auch als Überschrift für zwei andere Traktanden gelten: Etwas tun muss man auch in der Gemeindeverwaltung und bei der Asylbaracke. «Seit dem Jahr 2000 ist unser Dorf um 800 Personen gewachsen. Das gibt natürlich mehr Arbeit in der Kanzlei, dennoch haben wir nie aufgestockt.» Jetzt ist das dringend nötig. Darum beantragt der Gemeinderat eine Stellenerhöhung von 60 Prozent.

Und er beantragt einen Nachtragskredit von 70'000 Franken für die Sanierung der Asylbaracke. «Sie steht zur Zeit leer, weil die Flüchtlingszahlen beim Kanton rückläufig sind. Die zehn Plätze werden uns aber weiterhin angerechnet.» Da die Baracke leer steht, hat der Gemeinderat sich die Räume angeschaut. «Wir sind erschrocken, der Zustand des Hauses ist katastrophal», so Christen. «Die Menschen in der Unterkunft werden jeweils vom Kanton betreut, daher wussten wir gar nicht, dass es da so schlimm aussieht.» Nun sollen einige Sanierungsarbeiten die Zustände in der Asylbaracke wieder lebenswerter machen.

Abfall ist nicht bei allen gleich

Ein weiteres Problem, das der Gemeinderat beheben will, ist die nicht verursachergerechte Abfallentsorgung bei Mehrfamilienhäusern. «Wir haben ein Containersystem, bei dem bisher alle Mieter eines Mehrfamilienhauses gleich viel bezahlt haben. Nun möchten wir spezielle Abfallsäcke anbieten, durch die dann jeder nur so viel bezahlt, wie er auch verursacht.» Die frohe Botschaft zum Thema ist, dass die Gebühren sowohl beim Abfall als auch beim Grüngut nächstes Jahr gesenkt werden können.

Darüber hinaus bringt der Gemeinderat eine Lösung fürs Kinderbetreuungsreglement vor die Sommergmeind. Und die Rechnung 2017, die mit einem Ertragsüberschuss von 370 375 Franken (Budget 295 200) abgeschlossen hat, soll an der Gemeindeversammlung vom 6. Juni ebenfalls genehmigt werden.