Widen
Geburtsbäumchen von Mia muss weg – weil es die Aussicht eines Anwohners stört

Die Feuerwehr wollte einem Kameraden und frischgebackenen Vater eine Freude machen: Sie stellte einen Geburtsbaum auf. Dieser muss nun wieder weg – ein Anwohner fühlt sich gestört. Auf Facebook zeigen die meisten kein Verständnis für den Einsprecher.

Dominic Kobelt
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Ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses stört sich ab dem Geburtsbaum der zwei Wochen alten Mia. In einem Schreiben an die Gemeinde fragt er, wer für das Aufstellen des Baumes zahle. Zudem habe er sich beim Aufstellen vom Lärm belästigt gefühlt. Christian Suter, Götti von Mia, kann das nicht verstehen und macht seinem Ärger auf Facebook Luft. Bis am Sonntagabend wurde der Beitrag 150 Mal geteilt und 55 Mal kommentiert.

Die meisten Reaktionen zeigen, dass die Leute wenig Verständnis für den Einsprecher haben. Sie finden es "lächerlich" oder "traurig". Eine Frau schreibt: " Ächt unglaublich.... Unsere Traditionen werden so immer mehr zu nichte gemacht."

Gegenüber TeleM1 äussert sich Suter: "Das ist Tradition, dass die Feuerwehr das macht. Er ist Hubrettungschef der Feuerwehr Mutschellen."

Mias Geburtsbaum steht in einer Baumgruppe und ist nicht höher als die anderen Bäume. Anwohner Martin Bartosinski sagt: "Mich stört es überhaupt nicht. Ich wohne im 5. Stock, ich habe einen schönen Ausblick. Es hat mich gefreut, dass die Kollegen es aufgestellt haben." Dass das Geburtsbäumchen jetzt wieder weg komme, sei schade.

Der Anwohner, der sich am Baum stört, wollte nicht mit TeleM1 reden. Im Schreiben merkt er an, dass die Stricke, die den Baum fixieren, gefährlich für Velofahrer seien. So wie die Seile montiert sind, sollten sie aber niemandem in den Weg kommen. Trotzdem hat die Hausverwaltung durchgegriffen, der Geburtsbaum muss bis am nächsten Samstag entfernt werden. Denn eine Bewilligung wurde dafür nicht eingeholt.

Suter hat der Gemeinde eine Anfrage geschrieben, ob der Baum um ein paar Meter versetzt werden könnte, dann würde er auf Gemeindeland stehen. Dies hat der Gemeinderat bereits abgelehnt. Er bietet Christian Suter aber an, bei einem gemeinsamen Gespräch eine andere Lösung zu suchen.