Wohlen

Gaswerkareal soll bald kein Sanierungsfall mehr sein

Rolf Häusler, Bereichsleiter Qualität & Sicherheit der IB Wohlen AG, auf dem alten Gaswerkareal.fh

Rolf Häusler, Bereichsleiter Qualität & Sicherheit der IB Wohlen AG, auf dem alten Gaswerkareal.fh

Altlastensanierung kostet 3,15 Mio. Franken und soll bis Ende 2014 abgeschlossen sein

Jahrzehntelang ist der Untergrund des Wohler Gaswerkareals durch Schadstoffe verschmutzt worden – nun sollen die Altlasten innerhalb von drei Monaten beseitigt werden. «Der Start der Arbeiten ist Mitte 2014 vorgesehen», sagt Rolf Häusler, Bereichsleiter Qualität & Sicherheit der IB Wohlen AG.

Die Kosten für die Altlastensanierung werden auf 3,15 Mio. Franken veranschlagt. Die IB Wohlen AG als heutige Besitzerin des Areals hat dafür in den letzten Jahren Rückstellungen in der Höhe von 3,5 Mio. Franken gebildet.

Zwischen 1913 und 1978 wurde auf dem Areal am nördlichen Ortsrand, das direkt an der Bahnlinie liegt, ein Gaswerk betrieben. «Bei der Gasproduktion entstand eine massive Belastung des Untergrunds», erklärt Häusler.

Kritisch sind insbesondere jene Flächen, auf denen einst Kohle und Koks gelagert wurden, sowie die ehemaligen Teer- und Ammoniakgruben. «Bei mehreren Untersuchungen wurden im Grundwasser des Gaswerkareals unzulässige Verunreinigungen festgestellt», führt Häusler aus (siehe auch «Nachgefragt» rechts).

4000 bis 6500 Tonnen Aushub

Laut dem Sanierungskonzept, das zusammen mit dem Baugesuch derzeit bei der Abteilung Planung, Bau und Umwelt in Wohlen aufliegt, ist mit einer Aushubmenge von 2500 bis 4000 Kubikmetern zu rechnen. Das entspricht rund 4000 bis 6500 Tonnen, wie Häusler erklärt.

Der belas-tete Untergrund soll dabei bis in eine Tiefe von rund 6 Metern ausgehoben werden. «Einfach dargestellt, wird das Aushubmaterial in verschiedene Klassen eingeteilt, je nach Menge der Schadstoffe», führt Häusler aus. «Ein Teil des Aushubmaterials wird gleich vor Ort behandelt und für die Wiederauffüllung verwendet», sagt Häusler. Nach der Entsorgung wird die gesamte Baugrube wieder auf das heutige Niveau aufgefüllt.

Wie viel Aushubmaterial so stark belastet ist, dass es abtransportiert und fachgerecht entsorgt werden muss, kann Rolf Häusler derzeit noch nicht abschätzen. «Dass während den dreimonatigen Arbeiten zusätzlicher Lastwagenverkehr entsteht, lässt sich aber nicht verhindern», sagt er.

Areal bleibt überwachungspflichtig

Laut dem Sanierungskonzept wird das Wohler Gaswerkareal auch nach der Sanierung nicht als unbelastet gelten. Weil nur die stark belasteten «Hot Spots» saniert werden, wird das Areal weiterhin «als überwachungsbedürftiger Standort zu klassieren sein», heisst es im Konzept.

Dieses stammt von der Dr. Heinrich Jäckli AG, Büro für Geotechnik, Baden, die auch die Arbeiten auf dem Gaswerkareal begleiten und koordinieren wird. «Dieses Unternehmen hat sich unter anderem auf die Sanierung von belasteten Arealen spezialisiert und war bereits bei den Untersuchungen involviert», sagt Rolf Häusler.

Wer die eigentliche Sanierung übernimmt, ist offen. Die entsprechenden Arbeiten sind noch nicht ausgeschrieben.

Ebenso offen ist die künftige Nutzung des Gaswerkareals. «Für die IB Wohlen AG ist das Gelände ein wichtiger Knotenpunkt der Strom- und Gasversorgung», führt Rolf Häusler aus. Zudem werden auf dem Areal auch Materialien für den Anlagen- und Leitungsbau gelagert.

Das alte Werkgebäude wurde nach dem Ende der Gasproduktion teilweise abgerissen. «Der heute noch stehende Teil wird als Lager genutzt und zum Teil an Dritte vermietet», sagt Häusler. Einen historischen Wert hat das alte Gaswerkgebäude laut dem IBW-Vertreter nicht, es könnte für ein Bauprojekt also abgerissen werden.

Verkauf an die Ferrowohlen AG?

Sollte die IB Wohlen das Gaswerkareal künftig nicht mehr selber nutzen, wäre ein Verkauf an die benachbarte Ferrowohlen AG naheliegend. Diese betreibt in ihrem Industriepark bereits mehrere Produktions- und Lagerhallen. Dietmar Blum, der Immobilienverwalter der Ferrowohlen AG, sagt auf Anfrage: «Das Areal wäre sicher interessant, mir sind aber keine Kaufabsichten bekannt.»

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