In den ersten drei Monaten dieses Jahres passierten bereits 16 Brüche, die eine zügige Reparatur erforderten. Geborsten waren ausschliesslich Wasserleitungen aus Grauguss, wobei es sich bei 3 der 16 Schäden genau besehen nicht um Rohrbrüche handelte, sondern um Löcher durch Korrosion, sogenannte Lochfrasse.

Wie begründet der erfahrene Bremgarter Brunnenmeister und Werkhof-Chef Harry Wäspi die zahlreichen Brüche 2015? «Eine Ursache waren sicher die teils grossen Temperaturschwankungen in diesem Jahr», erläutert Wäspi, «zudem betrafen mehrere Brüche eine Serie von Grauguss-Leitungen aus den 1980er-Jahren.» Diese Serie erweise sich als anfällig.

«Leitungsnetz weitgehend intakt»

Laut Fachmann Wäspi sind grosse Sorgen um das umfangreiche Bremgarter Wassernetz nicht angebracht. Das Netz – es umfasst 40 Kilometer öffentliche Hauptleitungen sowie 35 Kilometer private Hausanschlussleitungen – werde laufend saniert und sei recht gut im Schuss. Von 2008 bis 2011 erneuerte Bremgarten rund 14 Kilometer der 40 Kilometer langen Hauptwasserleitungen. Dies im Zusammenhang mit der Erstellung des Nahwärmeverbundes, der mit Holzschnitzeln betrieben wird. Im Weiteren läuft im Reussstädtchen seit mehreren Jahren ein Tiefbau-Infrastrukturprogramm. Dabei werden abschnittsweise Strassenzüge samt den dortigen Wasser- und Abwasserleitungen unter dem Strassenraum neu gemacht.

Dass es um das reussstädtische Wassernetz nicht schlecht bestellt ist, belegt die Statistik. 2014 betrugen die Wasserverluste durch Lecks und nicht nachgewiesenen Verbrauch rund 17% der gesamten Wassergewinnung. Im kantonalen Vergleich ist der Wasserverlust aller Aargauer Gemeinden leicht höher, er liegt im Schnitt bei rund 20%.

Wasserpreis seit 43 Jahren stabil

Der Preis, den die Einwohner von Bremgarten fürs Trinkwasser zahlen müssen, ist bescheiden. Er beträgt lediglich 50 Rappen pro Kubikmeter Wasser (1 Kubikmeter sind 1000 Liter). Die 50 Rappen je Kubik wurden im Jahr 1972 fixiert und seither nicht erhöht. Wie erklärt sich der stabil gebliebene, heute sehr günstigen Wasserpreis? «Wir können unser Grundwasser direkt unbehandelt den Haushaltungen zuleiten», erläutert Wäspi, «wir müssen es werden filtern noch mit Chlor versetzen» Ein solcher Aufwand würde das Wasser verteuern. Ausserdem könne Bremgarten einen schönen Teil des Trinkwassers an den Regionalen Wasserverband Mutschellen verkaufen, einen kleineren Teil nach Eggenwil. Diese Verkäufe wirkten ebenfalls kostendämpfend.

Blick auf den Wasserverbrauch: 2014 wurden in den Bremgarter Haushaltungen und Gewerbebetrieben rund 600 000 Kubik Trinkwasser genutzt.