Wohlen

Fussballclub muss den Öko-Strom selber bezahlen

Anlage Niedermatten: Wird künftig mit Ökostrom beleuchtet.

Anlage Niedermatten: Wird künftig mit Ökostrom beleuchtet.

Der neue Sponsorvertrag der IBWohlen mit dem Fussballclub hat Fragen aufgeworfen. Bezüglich Öko-Strom sind diese jetzt geklärt.

Es passt nach wie vor nicht allen politischen Kreisen in Wohlen, dass die IBWohlen AG den Fussballclub sponsert. Einfluss nehmen kann die Politik aber auch auf den neu ausgehandelten Vertrag nicht. Die IBW kann als selbstständige Anstalt selber entscheiden, in welcher Form sie Sponsoring betreibt.

Fragen hat es zum neuen Vertrag zwischen der IBW und dem FC Wohlen dennoch gegeben. Und zwar zum Thema Ökostrom. Der FC Wohlen hat sich verpflichtet, seinen Strombedarf künftig nur noch mit ökologisch produzierter Energie zu decken. «Der Fussballclub entscheidet sich für den Bezug von Öko-Strom, für die Mehrkosten muss aber die Gemeinde geradestehen», monierte Einwohnerrat Urs Stäger und stellte dem Gemeinderat dazu ein paar Fragen. Inoffiziell, wie er gegenüber der az betonte: «Wenn ich Fragen habe, dann versuche ich diese möglichst auf die unkomplizierte Art zu klären. Dazu braucht es in der Regel keine aufwendigen und teuren politischen Vorstösse». So hat er Ende Jahr per Mail beim Gemeinderat in der Sache nachgefragt und bereits eine Antwort erhalten.

Mehrkosten werden berechnet

Stäger wollte wissen, ob tatsächlich der Fussballclub bestimmen könne, wo welcher Strom eingekauft werde. Obwohl ja bekanntlich die Gemeinde Wohlen für die Stromrechnung in der Anlage Niedermatten aufkomme.

«Ja», schrieb ihm der zuständige Gemeinderat Urs Kuhn zurück, «der FC Wohlen darf wie jede Privatperson und jedes Unternehmen selbst entscheiden, ob er Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen möchte oder nicht.» «Allerdings», schob der Gemeinderat nach, «muss er die Mehrkosten selber tragen, die dadurch entstehen.» Stäger wollte vom Gemeinderat auch wissen, wie das entsprechende Abkommen zwischen FC Wohlen und IBW konkret aussehe. «Ganz einfach» liest man aus der Antwort von Urs Kuhn: «Die IBW berechnet dem FC die Mehrkosten für den Ökostrom und diese werden von ihm vollumfänglich übernommen.»

In Abrede stellt Kuhn Stägers Vermutung, die IBW könne ihren Solarstrom nicht verkaufen und habe diesen deshalb dem FC Wohlen angedreht: «Der Ökostromanteil im Wohler Strommix wächst stetig», hält der Gemeinderat fest. Es könne keine Rede davon sein, dass die IBW Mühe mit dem Absatz ihres Solarstroms habe.

Und schliesslich fragt Stäger auch, wie der defizitäre FC den Mehraufwand denn finanzieren wolle. «Das ist Sache des FC Wohlen und tangiert die Gemeinde nicht», sagt Kuhn.

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