Bremgarten/Hermetschwil
Fusion von Bremgarten und Hermetschwil-Staffeln auf Messers Schneide

Bilden Bremgarten und Hermetschwil-Staffeln 2014 eine Einheitsgemeinde mit 7500 Einwohnern? Ja, sofern der Ratschlag des Projektausschusses und einer Mehrheit der eingesetzten Arbeitsgruppen Anklang bei den Städtchen- und den Dorfbewohnern findet.

Lukas Schumacher
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Zuversicht bei Hermetschwil-Staffelns Gemeindeammann Roger Heiss (links) und Bremgartens Stadtammann Raymond Tellenbach. sl

Zuversicht bei Hermetschwil-Staffelns Gemeindeammann Roger Heiss (links) und Bremgartens Stadtammann Raymond Tellenbach. sl

Von den sieben eingesetzten Arbeitsgruppen befürworten vier den Zusammenschluss. Die drei restlichen Gruppen sagen weder Ja noch Nein, sie geben keine Empfehlung ab; die einzelnen Arbeitsgruppen – sie bestanden aus je vier Personen aus den beiden Einwohnergemeinden – befassten sich mit den Themen Schule, Finanzen, Raumplanung, Behörden/Verwaltung, Vereine, Ortsbürgerwesen, Infrastrukturen/Versorgung und Entsorgung.

Ein Ja zur Fusion empfiehlt das leitende und begleitende Gremium, der Projektausschuss; dem Ausschuss gehören Bremgartens Stadtammann und Stadtschreiber, Hermetschwils Gemeindeammann und Gemeindeschreiber sowie Beat Rüegger von der Firma BDO als Projektleiter an.

Heirat bietet beachtliche Chancen

Die umfangreichen Grundlagen und Abklärungen der Arbeitsgruppen gipfeln in der Kernaussage: Bremgarten und Hermetschwil-Staffeln fahren bei einem Zusammenschluss besser als bei Alleingängen. In mehreren Teilaspekten des Schlussberichts finden die Chancen einer einheitlichen Einwohnergemeinde Ausdruck. So kann bei einer umfassenden Raum- und Nutzungsplanung über beide Gemeindegrenzen hinweg zusätzliches Bauland erschlossen werden. Hoch eingestuft wird das langfristige Entwicklungspotenzial einer Einheitsgemeinde betreffend gesunde Gemeindefinanzen und Angebotsvielfalt an Wohn-, Freizeit- und Arbeitsraum. Von einem Zusammenschluss werden zudem eine Steigerung der Standortattraktivität Bremgartens erwartet sowie eine politische Stärkung des Bezirkshauptorts.

Hermetschwil-Staffeln würde als neuer Ortsteil Bremgartens nicht vernachlässigt. Der Dorfschul-Standort Staffeln soll beibehalten, die Anbindung von Hermetschwil-Staffeln an den öffentlichen Verkehr verstärkt werden; vorderhand weiterbetreiben will man auch den heutigen Werkhof in Hermetschwil-Staffeln.

Zustupf des Kantons: 3,1 Millionen

Es ist beschlossene Sache, dass bei einer Fusion der tiefere Steuerfuss Bremgartens (97%) und nicht der höhere von Hermetschwil-Staffeln (112%) gelten würde. Nach heutigem Stand der Dinge erhält die Einheitsgemeinde Bremgarten/Hermetschwil einen kantonalen Zustupf von 3,1 Mio. Franken; allerdings ist die Verordnung über die Fusionsbeiträge noch nicht vom Grossen Rat abgesegnet worden. Überdies würde die Einheitsgemeinde ab 2014 eine jährliche Finanzspritze (Finanzausgleichszahlung) im Betrag von rund 280000 Franken bekommen, und dies während acht Jahren. Auf der anderen Seite fallen aus Sicht der Einheitsgemeinde fürs Jahr 2014 Fusionsausgaben von rund 450000 Franken an.

Wie sieht das Sparpotenzial einer Einheitsgemeinde aus? Die Arbeitsgruppe Finanzen beziffert die Einsparungen bei Verwaltung/Behörden auf jährlich rund 300000 Franken.

Die detaillierten Ergebnisse der Arbeitsgruppen kann man begutachten auf den beiden Homepages der Gemeinden; www.bremgarten.ch und www. hermetschwil.ch.