Hermetschwil-Staffeln
Fusion mit Bremgarten hat das Erschliessungswerk befeuert

Der Suterhübel in Hermetschwil-Staffeln erlangt nach drei Jahrzehnten Überbauungsreife. Dass es nun doch noch geklappt hat, ist dem Zusammenschluss mit der grossen Nachbargemeinde zu verdanken.

Lukas Schumacher
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Nach langem Stillstand steht die Suterhübel-Erschliessung zur Erleichterung von Erich Faes, Doris Stöckli, Stefano Righetti und Markus Wey vor dem Abschluss. sl

Nach langem Stillstand steht die Suterhübel-Erschliessung zur Erleichterung von Erich Faes, Doris Stöckli, Stefano Righetti und Markus Wey vor dem Abschluss. sl

Lukas Schumacher

Seit Jahrzehnten hegt Hermetschwil-Staffeln die Absicht, Wohnhäuser am grünen Suterhübel zwischen den beiden Ortsteilen Hermetschwil und Staffeln zu bauen. Anno 1985 nahm die kleine Reusstalgemeinde den ersten konkreten Schritt dazu vor. Damals wurde die Erschliessungsplanung mit der späteren Strassenführung im bergigen Gelände fixiert. Die Realisierung dieses «Jahrhundertwerks», wie die Dorfbewohner die Suterhübel-Erschliessung mit Werkleitungen und Strasse bald einmal bezeichneten, kam trotz vielerlei Bemühungen diverser Gemeinderäte nicht recht in die Gänge.

Bremgarten wieder die Nummer 2

Muri lief Bremgarten in den 1990er-Jahren den Rang als zweitgrösste Gemeinde im Freiamt ab. Seit der Fusion mit der Nachbargemeinde Hermetschwil-Staffeln, die per 1. Januar 2014 vollzogen wurde, hat Bremgarten Platz zwei wieder zurückerobert. In Bremgarten samt dem neuen Bremgarter Ortsteil Hermetschwil-Staffeln wohnen aktuell 7659 Leute. In Muri sind 7444 Personen wohnhaft. Ohne Hermetschwil-Staffeln brächte es der Bezirkshauptort Bremgarten «nur» auf knapp 6600 Einwohner.

Die klar grösste Freiämter Gemeinde ist und bleibt unangefochten Wohlen. In Wohlen wohnen rund 15 300 Personen und somit doppelt so viele wie in Bremgarten. Im Zusammenhang mit der Suterhübel-Erschliessung setzte die von der Bildfläche verschwundene politische Gemeinde Hermetschwil-Staffeln einen aufmüpfigen Akzent. So wehrte sich der Gemeinderat in der Kantonshauptstadt gegen eine Vorschrift bei der Ableitung des Regenwassers. Die neue Sauberwasserleitung sollte vom Suterhübel über Baugebiet des Kinderheimgeländes St. Benedikt zur Reuss erstellt werden.

Gemeinsam mit Verantwortlichen des Kinderheimträgervereins schaffte es der Gemeinderat, die zuständigen Kantonsstellen umzustimmen. Die Leitung wird jetzt 12 Meter ausserhalb des Baugebiets realisiert. Im November 2014 wird die Leitung fertiggestellt und in Betrieb genommen. (sl)

Dass die Erschliessung des gegen 30 000 Quadratmeter grossen hügeligen Geländes jetzt praktisch vollendet ist und der Suterhübel Überbauungsreife erlangt hat, lag unter anderem an der Gemeindefusion mit Bremgarten. «Der politische Zusammenschluss mit der grossen Nachbargemeinde verhalf der Erschliessung auf die Sprünge», sagt Ingenieur Erich Faes aus Bremgarten; im Auftrag der Gemeinde Hermetschwil-Staffeln begleitete Faes seit 1985 die Erschliessungsbemühungen. Nebst der Fusion beflügelte auch die allmählich drohende Landauszonung des Hügels das Erschliessungswerk.

Rutschgefahr gebannt

Die Erschliessung der drei neuen Strassenabschnitte im steilen Gelände mit Böschungen von 45 Grad war kein Kinderspiel. Es bestand die Gefahr, dass Teile des Hangs im Verlauf der Tiefbauarbeiten abrutschten. Mehrere Massnahmen bewirkten eine Stabilisierung. So wurde die Rutschgefahr gebannt, indem man die Werkleitungen einbetonierte, die jeweiligen Gräben mit Kies füllte und man bergseitig überall Sickerleitungen zog. Zur Festigkeit des Untergrunds trug auch bei, dass während der Tiefbauarbeiten kein separates Werktrassee erstellt wurde. Die schweren Baumaschinen rollten ausschliesslich über die drei neuen Strassenabschnitte am Suterhübel.

Gemäss Kostenvoranschlag betragen die Erschliessungskosten für Strasse, Wasser- und Abwasserleitungen 1,92 Mio. Franken, also knapp 2 Millionen. Laut Ingenieur Faes und Stefano Righetti von der Bauverwaltung Bremgarten kann der Kostenrahmen trotz den Stabilisierungsmassnahmen eingehalten werden. Gut 1,3 Mio. Franken steuern die Suterhübel-Grundeigentümer bei, knapp 600 000 Franken verbleiben der Einwohnergemeinde Bremgarten und ihren Gemeindebetrieben.

Zudem investiert die Elektra Hermetschwil-Staffeln mehr als eine halbe Million Franken aus ihrem Vermögen in die Erneuerung und den Ausbau der Strominfrastruktur am Suterhübel. Wie Elektra-Genossenschaftspräsident Markus Wey ausführte, war eine aufwendige Rohrverkabelung nötig. Zudem musste auch ein Rückwärtsnetz erstellt werden, um Solarenergie von den späteren Suterhübel-Hausdächern ins lokale Stromnetz einzuspeisen.

200 Zuzüger mehr

Im Endausbau wird der Suterhübel mit rund 70 Wohneinheiten bestückt sein. 200 Leute werden dann hier in Einfamilienhäusern, Reihenhäusern, in Terrassenhäusern, kleinen Mehrfamilienhäusern bis zu vier Wohnungen und in Gewerbewohnungen leben. Gemäss Fachleuten wird es keine zehn Jahre dauern, bis der Hügel komplett überbaut sein wird. Neun neue Einfamilienhäuser und fünf Terrassenhäuser sind bereits bewilligt.

Das Ende der Erschliessungsarbeiten – nur noch vereinzelte Anpassungen und Finisharbeiten stehen an – wird am Samstag, 23. August, festlich begangen. Dies mit Spielen für Kinder und Jugendliche ab 14 Uhr, bei einem Festakt um 15 Uhr sowie mit geführten Rundgängen um 16 und 17 Uhr. Zudem wird auf dem Veloweg bei der Suterhübelstrasse Verpflegung zu vorteilhaften, familiären Preisen angeboten.

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