Zufikon
Für mehr Sicherheit: Eine Brücke aus Holz für die Fussgänger

Die Ortsbürgergemeinde von Zufikon unternimmt erste Schritte zur Querung der stark befahrenen Sädelstrasse. Dafür muss man zurzeit nämlich noch ein zu grosses Risiko eingehen.

Lukas Schumacher
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Sädel: Komfortable Strasse, Durchlässe für Kleintiere, Wildkorridore, viele Naturwerte und wenig fussgängerfreundliche Passagen.

Sädel: Komfortable Strasse, Durchlässe für Kleintiere, Wildkorridore, viele Naturwerte und wenig fussgängerfreundliche Passagen.

sl

Die Sädelverbindung ist für Autopendler nach und aus Richtung Zürich ein Segen. Für Spaziergänger, Wanderer und Jogger hingegen ist der täglich von rund 15 000 Fahrzeugen befahrene Autobahnzubringer eher ein Fluch. Wer die Strasse im Gebiet Budmigerweiher zu Fuss überqueren möchte, riskiert viel. Sowohl von oben aus Richtung Oberwil-Lieli als auch von unten aus Bremgarten können bei der S-Kurve plötzlich Fahrzeuge anrollen, die man einige Moment früher noch gar nicht sieht.

Ortsbürger-Gmeind: «Hindernisfrei vom Hirzen- zum Hardwald»

Eine Fussgängerbrücke Sädelhöhe, wie jetzt beabsichtigt, würde ein früheres Spazier-Revier auf Zufiker Boden wieder zugänglich machen, die Fusswegverbindung vom Hirzenwald zum Hardwald und umgekehrt. «Diesen Höhenweg wieder gefahrlos und hindernisfrei zu absolvieren, wäre eine Bereicherung», gab ein Zufiker Ortsbürger zu verstehen.

Ein anderer Ortsbürger, der langjährige frühere Zufiker Gemeindeammann Kurt Fischer, nahm letztmals an einer Ortsbürgerversammlung teil. Fischer wird ein Bremgarter, er zügelt ins neue City-Center beim Bahnhof Bremgarten. An der Gmeind waren weitere Neuigkeiten zu erfahren. So ist die Behebung der Garantiemängel bei der Ortsbürger-Neuüberbauung Sentenblickstrasse 12 bis auf die Notüberläufe abgeschlossen.

Die Ortsbürgerkommission will sich mit der Planung einer grösseren Holzlagerhalle befassen, im Zusammenhang mit der beschlossenen Schützenstand-Sanierung kommt es zu einer Waldrodung samt anschliessender Neuaufforstung, und am 20. Dezember veranstaltet der Forstbetrieb Zufikon den traditionellen Christbaumverkauf. (sl)

Seit der Eröffnung des Autobahnzubringers Ende 2007 war die für Fussgänger unübersichtliche, gefährliche Situation der Sädelquerung immer wieder ein Thema bei Einwohnern von Zufikon und benachbarten Gemeinden. Doch die Gespräche und Anregungen verpufften, nichts passierte. Nach der Devise «Jemand muss den ersten Schritt unternehmen» haben die Ortsbürger Zufikon jetzt gehandelt.

Hölzerne Lösung im Sinn

Im Auftrag der Ortsbürgergemeinde machen sich Holzbauingenieure an die Arbeit. Sie stellen Vorschläge zusammen und fertigen Skizzen an zur Realisierung einer Fussgängerbrücke bei der Sädelhöhe. Die Machbarkeitsstudie soll auch eine Visualisierung sowie eine grobe Kostenschätzung umfassen. «Mit dem Fachdossier wollen wir dann bei Vertretern des Kantons Aargau und unserer Einwohnergemeinde vorstellig werden», sagte Vizeammann Karl Kaufmann, der Vorsteher des Ressorts Ortsbürgerwesen. Dies in der Absicht, einen fairen Kostenteiler auszuhandeln, und im Wissen, dass eine solide hölzerne Fussgängerbrücke über die dem Kanton gehörende Sädelstrasse einiges kosten wird. Im Frühjahr 2015 dürfte das Dossier vorliegen.

15 000 Franken kostet die Machbarkeitsstudie, die von den Ortsbürgern finanziert wird. Dies im Rahmen des Ortsbürgergemeinde-Budgets 2015, das bei der Versammlung im «Zufikerhuus» einhellig Zustimmung fand. Im Budget wird mit einem Plus von 270 000 Franken gerechnet.

Sanierung in zwei Etappen

An der Versammlung nahmen 55 der 214 stimmberechtigten Ortsbürgerinnen und Ortsbürger teil. Sie sagten Ja zur Aussensanierung der mittlerweile 30-jährigen Alterswohnungen an der Schulstrasse 19 zu Kosten von 415 000 Franken. Die Aussensanierung soll bis im Herbst 2015 vollendet sein. Sie stellt die erste Erneuerungsetappe dieser Siedlung mit den 19 Wohnungen dar. Die zweite und letzte Etappe soll dann im Frühjahr/Sommer 2017 unter Einbezug der Mieter ausgeführt werden. Diese Etappe umfasst den Innenbereich mit den Küchen, den Nasszellen und Wasserleitungen.

Der einheimische Architekt Rolf Rey wird die Sanierung als Bauleiter betreuen. Rey gehört mit Hauswartin Bernadette Weber, Liegenschaftsverwalter Paul Fischer und André Juchli einer vierköpfigen Arbeitsgruppe an, die die detaillierte Abklärung zur Sanierung vornahm. Im Rahmen der ersten Etappe ersetzt man alle Holzfenster, montiert Lamellenstoren anstelle der Falt-Rollläden, erneuert die Dachfenster, Hauseingangstüre, Feuchtigkeitsisolationen und anderes mehr. Laut Architekt Rolf Rey werden die bestehenden Fenster durch Holz-/Metallfenster ersetzt. Um Ausbruchschäden und Anpassungsarbeiten zu vermeiden, würden zudem sogenannte «Renovationsfenster» statt neue Konstruktionen eingesetzt. Die «Renovationsfenster» seien qualitativ gleichwertig und kostengünstiger.