Muri
Für den Bahnhof-Umbau in Muri soll Güterschuppen abgerissen werden

Die SBB rüsten sich für erwartete Frequenzsteigerungen und längere Züge. Mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels rechnen sie ab 2016 zusätzlich mit einer Zunahme des Transitgüterverkehrs.

Eddy Schambron
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Mehr Züge, längere Kompositionen – der Bahnhof Muri muss an die zukünftigen Anforderungen angepasst werden. ES

Mehr Züge, längere Kompositionen – der Bahnhof Muri muss an die zukünftigen Anforderungen angepasst werden. ES

Der Bahnhof Muri wird für die Zukunft umgebaut. Was in der Ausschreibung etwas bescheiden als «Anpassung der bestehenden Anlagen an das Behindertengleichstellungsgesetz, Substanzerhaltungsmassnahmen sowie Oberbauerneuerungen» ankündigt wird, bringt nachhaltige Veränderungen wie die Umnutzung von Gleisen, ein neues Stellwerk und ein neues Technikgebäude mit sich. Und hat auch einen Zusammenhang mit den Bahnhöfen Boswil-Bünzen und Benzenschwil.

In Zukunft wird nicht nur das Angebot verbessert, es werden auch 200 Meter lange Doppelstockzüge zum Einsatz kommen. Mit dem Angebotsausbau erwarten die SBB eine weitere Steigerung bei den Regionalverkehrsfrequenzen. Mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels wird zudem ab 2016 mit einer Zunahme des Transitgüterverkehrs gerechnet.

«Um das bestellte grössere Fahrplanangebot für die Kunden künftig im Freiamt abwickeln zu können, muss die Infrastruktur in den Bahnhöfen Wohlen, Boswil-Bünzen und Muri angepasst werden», heisst es in den Unterlagen zum Plangenehmigungsverfahren. Weiter werden die drei Bahnhöfe behindertengerecht gestaltet sowie die zu engen Platzverhältnisse auf den Perrons im Bereich der Treppen und Rampen angepasst. Zeitgleich werden in diesen Bahnhöfen anstehende Substanzerhaltungsmassnahmen an den Anlagen ausgeführt.

Im Bahnhof Muri gibt es eine Umgestaltung der Gleisanlage zur Bereitstellung eines Wendegleises für den Regionalverkehr ohne Beeinträchtigung des Transit-Güterverkehrs. Weiter erfolgt eine Leistungssteigerung der Gleis- und Signalinfrastruktur, damit der verstärkte Verkehr bewältigt werden kann. Die Anpassungen und Erweiterungen der Gleisanlagen lösen zusammen mit der Verkürzung der Zugfolgezeiten zwischen Benzenschwil-Muri-Boswil eine neue Stellwerkanlage aus. An der bestehenden Anlage mit Baujahr 1972 können diese Erweiterungen nicht mehr aufgerüstet werden.

Neues Technikgebäude

Das neue elektronische Stellwerk kann im heutigen Raum nicht unter Betrieb ausgetauscht werden. Deshalb muss für das neue Stellwerk ein neues Bahntechnikgebäude erstellt werden. Dieses wird am Standort des heutigen Güterschuppens gebaut. Der Güterschuppen selber und die dazugehörige Verladerampe müssen wegen der Umnutzung des Gleises 1 aus Lichtraumprofilgründen abgebrochen werden. Aus Sicht der Ortsplanung ist kein anderer Standort möglich.

Der Güterschuppen wird von der Denkmalpflege des Kantons Aargau als erhaltenswert beurteilt. Wegen der bahntechnischen Zwänge wird sich die Denkmalpflege aber nicht gegen den Abbruch dieses Gebäudes stellen, heisst es vonseiten der SBB.

Zum Bauprojekt stehen Vertreter der SBB am Donnerstag, 4. September, 16.30 bis 18.30 Uhr, im Trauungslokal der Gemeindekanzlei für Informationen zur Verfügung.