Vor gut zwei Monaten, am 21. September, wurde in Arni eine neue Mobilfunkantenne der Swisscom in Betrieb genommen. «Nach der ersten Freude sind die Einwohner konsterniert, dass lediglich das UMTS-Netz aufgeschaltet worden ist», heisst es in der aktuellen Ausgabe der «Arni- Poscht». Denn viele Kunden mit einem älteren Mobiltelefon sind auf das GSM-Netz angewiesen und haben weiterhin keinen Empfang auf dem Gemeindegebiet von Arni. «Bei uns haben sich einige Einwohner gemeldet, die sehr unzufrieden sind mit dieser Situation», bestätigt Gemeindeschreiber Marco Widmer.

Empfehlung: Neues Handy kaufen

Er hält fest, im Bewilligungsverfahren für die Natelantenne sei nie die Rede davon gewesen, dass das GSM-Netz nicht aufgeschaltet werden solle. «Der Gemeinderat und die Bevölkerung von Arni sind doch sehr erstaunt über das Vorgehen der Swisscom und haben kein Verständnis», heisst es in der «Arni-Poscht». Einwohner, die sich bei der Hotline der Swisscom erkundigten, hätten die Auskunft erhalten, sie sollten sich ein neues Handy kaufen. Marco Widmer weiss: «Nachdem die Swisscom-Kunden in Arni jahrelang ohne Murren ihre volle Abonnementgebühr bezahlt haben, sind sie jetzt erst recht verärgert.» Die Bevölkerung habe sich von der neuen Antenne, die auf einem Strommast installiert wurde, endlich Natelempfang im Dorf versprochen.

GSM-UMTS: Unterschied unbekannt

«Die Allermeisten haben jetzt erst überhaupt von einer Unterscheidung zwischen GSM- und UMTS-Technologie gehört, und in keiner Verkaufsstelle der Swisscom wird in der Beratung darauf hingewiesen, dass man mit GSM bald ohne Empfang sein wird», schreibt der Gemeinderat in der «Arni-Poscht». Ausserdem sei ein Swisscom-Abonnement für die Kunden genau gleich teuer, «ob veraltetes GSM oder modernes UMTS».

Einzelfälle werden kulant geprüft

Der Gemeinderat hat sich nach den Reklamationen aus der Bevölkerung an die Swisscom gewandt. «Wir erwarten einen Vorschlag zugunsten der Einwohner von Arni, sei es in der Form eines Rabattes für ein neues Mobiltelefon oder einer Gutschrift auf einer der nächsten Rechnungen», sagt Marco Widmer. Mit dieser Forderung aus Arni konfrontiert, sagt Swisscom-Mediensprecherin Annina Merk: «Ein Anrecht auf einen Natelaustausch oder eine Vergünstigung besteht generell nicht, vor allem, da es ein zusätzlicher Standort ist und kein Leistungsabbau stattgefunden hat.» Swisscom sei aber bereit, Einzelfälle von unzufriedenen Kunden aus Kulanzgründen zu prüfen.

GSM wird nicht aufgeschaltet

Annina Merk hält fest: «Dank der neuen Antenne profitieren die Kunden in Arni neu von einer sehr guten UMTS-Versorgung und können mit ihrem Handy beispielsweise auch das mobile Internet nutzen.» Sie betont, gegenüber der Gemeinde sei nie von einem GSM-Ausbau die Rede gewesen. Die Mediensprecherin erklärt: «Eine Umrüstung oder ein Ausbau der Antenne auf GSM ist derzeit nicht geplant, da UMTS den Kunden wesentlich höhere Bandbreiten und mehr Kapazität ermöglicht.»

Abklärungen der Gemeinde haben ergeben, dass eine Aufschaltung von GSM rund 40000 Franken kosten würde. Diese Zahl möchte Annina Merk nicht kommentieren: «Zu den Kosten machen wir keine Angaben.» Swisscom baue ihr Netz gemäss dem Bedürfnis der Kunden aus, der Einsatz der entsprechenden Technologie werde dabei situativ geprüft.

Merk führt aus, Handys würden schon lange nicht mehr nur zum Telefonieren, sondern intensiv zur Datenkommunikation genutzt. «Dies zeigt uns, dass der UMTS-Ausbau und künftig 4G/LTE für unsere Kunden sehr wichtig ist und einem Bedürfnis entspricht», fasst sie zusammen.