Buttwil
Fünf gegen fünf: Gibt es einen politischen Frühling schon im Herbst?

In Buttwil treten am 22. September fünf neue Kandidaten gegen die fünf amtierenden Gemeinderäte an. Über die Gründe gibt die Gruppe bisher noch nicht allzuviel bekannt. Ein spannender Wahlkampf und ein zweiter Wahlgang sind so gut wie sicher.

Eddy Schambron
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Im schönen Buttwil bewerben sich zehn Kandidatinnen und Kandidaten für die fünf Gemeinderatssitze.

Im schönen Buttwil bewerben sich zehn Kandidatinnen und Kandidaten für die fünf Gemeinderatssitze.

Eddy Schambron

Das dürfte nicht nur im Freiamt Seltenheitswert haben: In Buttwil kandidieren die fünf bisherigen Gemeinderäte für eine weitere Amtsperiode - und erhalten Konkurrenz von fünf neuen Kandidaturen (az vom 15. August). Damit ist ein zweiter Wahlgang so gut wie programmiert und als Ziel ziemlich sicher Absicht.

Es braucht keine grosse Fantasie, um zum Schluss zu kommen, dass es in dieser Gemeinde politisch gären muss. Die offenbar an der letzten Gemeindeversammlung vom Gemeinderat gemachte Aussage, es lasse sich doch niemand für den Gemeinderat finden, kann allein nicht der Grund sein, dass sich fünf aufmachen, um sozusagen das Gegenteil zu beweisen. Vielmehr deutet dieses politische Engagement auf eine tiefere Unzufriedenheit mit der Arbeit des bisherigen Gemeinderates hin.

Die Gruppe der neu Kandidierenden hält sich im Augenblick allerdings bedeckt und will sich nicht weiter äussern. Ein Ziel haben die Kandidierenden aber bereits erreicht: Die Aufmerksamkeit ist auf die Dorfpolitik gerichtet. Die Buttwiler Stimmberechtigten haben am 22. September buchstäblich die Wahl, einer allfälligen Unzufriedenheit Ausdruck zu geben oder – das Gegenteil - die Arbeit des heutigen Gemeinderates zu honorieren. Nicht anzunehmen ist, dass die neuen Kandidaturen gegen den Gemeinderat als Ganzes gerichtet sind. Schliesslich verzichten die Neuen darauf, auch für das Amt des Gemeindeammanns und des Vizeammanns anzutreten.

Gemeindeammann Stefan Gisler ist seit 2006 im Buttwiler Gemeinderat, Vizeammann Thomas Huwiler seit 2002. Ähnlich lang politisieren Raphael Meyer (2004) und Jolanda Kalt (2006) mit. Nur Dominic Frey ist erst seit 2010 dabei. Sie alle sind parteilos. Ihnen machen Judith Bernegger, Dominik Braschler, Alexander Giannopoulos, Roger Meier und Urs Schürmann, ebenfalls alle parteilos, das Amt streitig. Speziell dabei: Sie treten als Gruppe auf.

«Diese Kandidatur ist für uns überraschend», räumt Gemeindeammann Stefan Gisler ein. «Damit haben wir sicher nicht gerechnet.» An die Aussage an der letzten Gemeindeversammlung, die bisherigen Gemeinderäte würden wieder kandidieren, weil sich ohnehin niemand anders finden lasse, kann er sich so nicht erinnern. «Aber sicher ist es normalerweise schwierig, Leute für dieses Amt zu motivieren.»

Gisler, seine Amtskollegin und -kollegen blicken mit Interesse dem 22. September entgegen. «Jetzt wird es sicher eine spannende Wahl.» Er selber zerbricht sich um seinen Sitz nicht den Kopf. «Ich mache das Amt gerne», sagt Gisler, «und wir haben einen Gemeinderat, der gut funktioniert.» Sie hätten es gut miteinander, und er habe das Gefühl, dass die Bevölkerung das auch so wahrnehme. «Aber selbstverständlich kann man es nie allen recht machen.»

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