Eidgenössisches Schwingfest
Fünf Freiämter «Böse» schwingen bald vor über 50'000 Zuschauern

Die Nachwuchsschwinger aus der Region sind am Eidgenössischen Schwingfest vom 27./28. August in Estavayer-le-Lac mit fünf Teilnehmern sehr gut vertreten. Damit wurden die Hoffnungen des Schwingklubs Freiamt deutlich übertroffen.

Wolfgang Rytz
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Zwei grosse Hoffnungen im Lager der Freiämter Schwinger: Die Sarmenstorfer Brüder Lukas (links) und Andreas Döbeli.

Zwei grosse Hoffnungen im Lager der Freiämter Schwinger: Die Sarmenstorfer Brüder Lukas (links) und Andreas Döbeli.

Wolfgang Rytz

Eine Achterbahn der Gefühle erlebten am «Nordwestschweizerischen» in Fulenbach nicht nur die jungen Freiämter Schwinger, sondern auch deren Betreuerstab. Der technische Leiter Josef Reichmuth zog am Ende des Festes enttäuscht Bilanz, sah aber eine ansprechende Leistung seiner Leute. «Am Schluss gings nicht auf.»

Damit sprach er die entglittenen Kränze von Joel Strebel und Andreas Döbeli an. Mit dreifachem Eichenlaub hätte der Schwingklub Freiamt eine insgesamt erfreuliche Saison gekrönt.

Doch so blieb der 21-jährige Benzenschwiler Yanick Klausner dank einfacherem Nachmittagsprogramm der einzige Freiämter mit einem Kranzgewinn.

Doch bald konnten sie dennoch feiern, denn die nachträgliche «Krönung» folgte drei Stunden später mit der Bekanntgabe der 28-köpfigen Nordwestschweizer Delegation fürs Eidgenössische Schwing- und Älplerfest am 27./28. August in Estavayer-le-Lac.

Nebst den bereits gesetzten Klausner und Strebel selektionierte der Teilverband auch Reto Leuthard und die Brüder Andreas und Lukas Döbeli. Dabei war es bestimmt kein Nachteil, dass der einstige Freiämter Jungschwingerobmann Stefan Strebel inzwischen als technischer Leiter im Nordwestschweizerischen Schwingerverband wirkt.

«Perspektiven zählen»

Strebel betonte am Sonntagabend, dass der Verband bei seiner Selektion im Zweifelsfall die Perspektiven der Schwinger am höchsten gewichtet habe. Dies spielte dem Schwingklub Freiamt in die Hand.

Seine fünf Anwärter fürs «Eidgenössische» sind alle zwischen 16 und 21 Jahre jung. Der Jüngste, Lukas Döbeli, kam in Fulenbach überhaupt nicht in Schwung. Nach vier sieglosen Kämpfen verfehlte der Sarmenstorfer sogar den Ausstich.

Trotzdem darf er in zweieinhalb Wochen vor 52'000 Livezuschauern und einem Mehrfachen an TV-Publikum in die Zwilchhosen steigen. «Er hatte als Jahrgangssieger des letztjährigen Eidgenössischen Nachwuchs-Schwingertages einen Bonus», verdeutlicht Stefan Strebel.

Weiter erklärt er die Taktik der Freiämter Schwinger: «Wir wollen unsere jungen Talente ohne Erwartungsdruck an die grossen Feste heranführen, wie dies die Berner mit Kilian Wenger vorgezeigt haben.»

Der Präsident des Schwingklubs Freiamt, Rolf Schmid, zeigt sich begeistert vom Freiämter Fünferticket, seine Hoffnungen wurden sogar übertroffen: «Das ist hervorragend. Wir hatten uns drei Schwinger für Estavayer zum Ziel gesetzt.»

Damit knüpfen die «jungen Wilden» an die 90er- und 2000er-Jahre des Vereines an. Unerreicht bleibt aber vorläufig die siebenköpfige Freiämter Delegation, die am «Eidgenössischen» von 1995 in Chur hat teilnehmen können.

Aufbauarbeit für die Zukunft

Ein Blick auf die letzten zwei Eidgenössischen Nachwuchs-Schwingertage 2012 in Hasle und 2015 in Aarburg zeigt, dass die Freiämter mit vier Schlussgangteilnehmern (Yanick Klausner, Joel Strebel, Andreas und Lukas Döbeli) so erfolgreich waren wie kein anderer Schwingklub in der Schweiz.

Wenn die Arbeit mit diesen und weiteren jungen Talenten sorgsam weitergeführt wird, ist Estavayer-le-Lac nur eine Zwischenstation. So sagt auch Rolf Schmid: «Für das bevorstehende ‹Eidgenössische› haben wir keine grossen Ambitionen. Wir investieren jedoch in die Zukunft und hoffen, dass wir 2019 in Zug höhere Ziele anstreben können.»

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