Wohlen
Fulvio Pelli feuerte die Freiämter Freisinnigen an

Die FDP Bezirk Bremgarten nominiert Wohlens Vizeammann Matthias Jauslin als Nationalratskandidaten. Parteipräsident Fulvio Pelli feuerte den Freiämter Freisinn an: «Wir müssen kämpfen, kämpfen, kämpfen.»

Jörg Baumann
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FDP-Schweiz-Präsident Fulvio Pelli (links) mit seinem Wohler Parteikollegen Matthias Jauslin, der für den Nationalrat kandidiert. BA

FDP-Schweiz-Präsident Fulvio Pelli (links) mit seinem Wohler Parteikollegen Matthias Jauslin, der für den Nationalrat kandidiert. BA

Gespannt warteten die Parteimitglieder im Restaurant Schönau darauf, wie sie Nationalrat Fulvio Pelli als Präsident der FDP Schweiz im Blick auf den kommenden Wahlherbst anfeuern würde. «Wir müssen kämpfen, kämpfen, kämpfen», sagte Pelli unter dem Scheinwerferlicht des Schweizer Fernsehens, das den Parteipräsidenten im Wahlkampf begleitet. Vollen Einsatz forderte Pelli vor allem von den Ortsparteien.

Die FDP habe ihre Stärken. So sei sie in ihren Kernthemen in der Öffentlichkeit glaubwürdig, komme aber immer wieder ins Hintertreffen, weil sie nicht auf die Pauke haue wie die SVP, die mit Millioneneinsatz falsche Slogans verbreiten könne.

Die FDP und ihre Widersacher

Die FDP habe sich in der Vergangenheit als Reformpartei bewährt, hob Pelli hervor. Doch würden ihre konstruktiven Pläne häufig von den «unheiligen Allianzen» der Polparteien durchkreuzt. Und die Medien würden lieber Politkämpfe aufgreifen, als sich mit der seriösen Arbeit der FDP zu befassen, meinte er.

Pelli kam gerade von einer Pressekonferenz, an der seine Partei über die schwindende Kaufkraft des Mittelstand informierte. «Das Thema ist wichtig. Aber es kamen nur fünf Journalisten an die Pressekonferenz.» Für die FDP stehe im Herbst eine «Richtungswahl» an, bemerkte Pelli. «Wir dürfen nicht kleiner werden und an Bedeutung verlieren.»

Leider sei die Partei dem Risiko der Wählerwanderung zu anderen Parteien besonders stark ausgesetzt. Trotzdem dürfe die FDP in ihren
Bemühungen nicht nachlassen, insbesondere den Jungen zu sagen, «dass wir die besten Rezepte haben».

«Ein Mann mit Überblick»

Einer, der die kämpferischen Parolen Pellis umsetzen will, ist der Wohler Unternehmer, Vizeammann und Grossrat Matthias Jauslin. Der 49-Jährige wurde von der FDP Bezirk Bremgarten einstimmig als Nationalratskandidat nominiert. Ob Jauslin seinen Platz auf der Nationalratswahlliste kommt, werde die FDP Aargau am 24. Mai am Nominationsparteitag besteimmen, sagte Bezirksparteipräsident Edwin Riesen (Villmergen)

Jauslins Parteikollege, der frühere Wohler Einwohnerratspräsident und Grossrat Kaspar Schild, pries den Kandidaten als vielseitigen und zielstrebigen Unternehmer und Politiker, welcher den nötigen Überblick habe, «den wir in der Politik brauchen». Jauslins Domänen seien die Wirtschaft, die Berufsbildung, die Energie und die öffentliche Verwaltung. Als klassischer Liberaler ver-
trete er einen Freiheitsbegriff, der nicht grenzenlos sei und die Verantwortung für die Mit- und Nachwelt einschliesse, sagte Schild.

Jauslin dankte für die Rückenstärkung und setzte das Wahlziel: «Den dritten Nationalratsitz, den Ständeratssitz und den Wähleranteil von 13,6 Prozent im Aargau halten.»