Zu diesem Entscheid ist der Abwasserverband Chlostermatte Bünzen gekommen. «Ausschlaggebend waren der geringere Stromverbrauch für das Pumpen und die Option, dass das Abwasser über eine vierte Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen laufen wird», erklärt Alex Meier, Präsident des Verbandes.

Eine solche vierte Reinigungsstufe könnte in naher Zukunft beim Zusammenschluss der ARA Seetal und der ARA Wohlen realisiert werden.

Mit dem Ableiten des Abwassers Richtung Wohlen wahre sich die ARA Chlostermatte zumindest die Chance, dass ihr Abwasser künftig über eine vierte Stufe läuft, bevor es in die Aare gelangt. «Wir wollen bei diesem Thema zukunftsorientiert handeln und die Probleme nicht einfach den nachfolgenden Generationen überlassen.»

Selber zu klein

Die kleine ARA Chlostermatte kann den Anforderungen an die Abwasserreinigung gemäss dem Konzept der Abteilung Umwelt des Kantons längerfristig nicht mehr genügen, weil der Vorfluter, die Bünz, zu klein ist. Geprüft wurde deshalb der Anschluss an die Abwasserreinigungsanlagen von Muri oder Wohlen.

«Der Vorstand der ARA Chlostermatte tat sich mit der Variante Muri immer schwer, weil das Abwasser gegen die Fliessrichtung zur ARA Muri und von dort in die Reuss hätte gepumpt werden müssen. Das würde eine grosse Menge elektrischer Energie erfordern», stellte Meier fest.

Deshalb wurde in Eigenregie eine Machbarkeitsstudie durch ein Fachingenieurbüro erstellt. Diese kommt unter anderem zum Schluss, dass die ARA in Wohlen die bessere Lösung ist: Das Fördern des Abwassers braucht zwar ebenfalls elektrische Energie, aber mit rund 40 Prozent, trotz weiterem Weg, nicht einmal die Hälfte im Vergleich zu Muri.

Noch entscheidender war aber die Aussicht, dass mit der vierten Reinigungsstufe mittelfristig Mikroverunreinigungen weitgehend entfernt werden, bevor das Wasser in die Aare geleitet wird. Das Hauptproblem bei einem zukünftigen Zusammenschluss mit Wohlen stellt die Dimension der bestehenden Abwasserleitung zur Aare dar.

Die Abflussleistung könnte bei stark anfallendem Regenwasser an die Grenzen stossen, und es müsste akzeptiert werden, dass kurzfristig ein Teil des gereinigten Abwassers in Wohlen wieder in die Bünz entlastet wird. «Dieser Lösung kann aber auch der Kanton zustimmen», erklärt Meier.

Jetzt hat der Kanton die ins Auge gefasste Vorgehensweise gutgeheissen. Der Vorstand der ARA Chlostermatte und die Vertreter der ARA Im Blettler haben mit einer entsprechenden Absichtserklärung den zukünftigen Zusammenschluss festgehalten. Dieser soll in einem zeitlichen Horizont von etwa 15 Jahren erfolgen.

Kosten noch unbekannt

Ob die Gebäulichkeiten der heutigen ARA Chlostermatte weiter genutzt werden können, ist zum heutigen Zeitpunkt noch unklar. Ebenso die dereinst anfallenden Kosten.

«Bei einer Realisierung der vierten Reinigungsstufe gegen Mikroverunreinigungen zahlt der Bund zwei Drittel der Kosten. Man kann davon ausgehen, dass das auch für die Anschlusslösung mit Wohlen so aussieht», ist Meier zuversichtlich.