Das Bundesgericht hat am 15. Januar die Beschwerde eines Anwohners in letzter Instanz abgewiesen. Der Beschwerdeführer war zuvor schon beim Aargauer Regierungsrat (Entscheid am 23. November 2016) sowie beim Aargauer Verwaltungsgericht (Urteil vom 5. Mai 2017) abgeblitzt.

Die Antenne, gegen die sich der Mann gewehrt hat, und die jetzt voraussichtlich gebaut werden kann, dient verschiedenen Mobilfunkanbietern. Geplant sind Basisstationen für Sunrise, Salt und Swisscom mit Sendeleistungen von insgesamt 18 650 W ERP (Watt effective radiated power). Die Anlage besteht aus insgesamt neun Mehrband-Antennen, die auf drei verschiedenen Höhen an einem zehn Meter hohen Mast montiert sind, sowie Richtfunkantennen und weiteren technischen Infrastrukturen.

Kanton muss tätig werden

Der Beschwerdeführer machte vor dem Bundesgericht geltend, die Mobilfunkantenne sei ein Gesundheitsrisiko. Die Fachinstanzen des Bundes hätten in diesem Bereich bei der Festlegung von Grenzwerten total versagt.

Deshalb müssten die kantonalen Instanzen tätig werden und die Anlage in Anwendung der Kantonsverfassung verweigern. Er beruft sich dabei auf den Artikel 42, wo die Pflichten zum Schutz der Umwelt festgeschrieben sind, sowie auf den Artikel 106, der die Selbstständigkeit der Gemeinden regelt.

Der Mann bestreitet nicht grundsätzlich, dass mit der geplanten Anlage die massgeblichen Grenzwerte rechnerisch eingehalten werden. Doch er bezweifelt, dass das dann in der Realität auch entsprechend kontrolliert wird. Seiner Meinung nach könnten allfällige Manipulationen im Betrieb nur schwer oder gar nicht entdeckt werden, weil das Qualitätssicherungssystem des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) dafür nicht genüge.

Keine zusätzlichen Beweise

Auf verschiedene Argumente des Beschwerdeführers ist das Bundesgericht mit Verweis auf die geltende Rechtsprechung sowie auf Urteile in ähnlich gelagerten Fälle gar nicht eingetreten. So hat es beispielsweise auch darauf verzichtet, verschiedene von ihm beigebrachte «Beweismittel» zu würdigen. Das, hielten die Bundesrichter in ihrem Urteil fest, sei nicht willkürlich, wenn davon ausgegangen werden könne, dass sich die Überzeugung eines Beschwerdeführers auch nach weiteren Beweiserhebungen nicht ändere.

Die Beschwerde wurde vollumfänglich abgewiesen. Der Beschwerdeführer muss die Gerichtskosten von 3000 Franken übernehmen und der Beschwerdegegnerin Sunrise Communications AG eine Parteientschädigung in gleicher Höhe bezahlen.

Fünf Jahre alte Geschichte

Der Bundesgerichtsentscheid bildet den Abschluss einer mittlerweile rund fünf Jahre alten Geschichte. Weil der Handy-Empfang in Widen nicht überall optimal ist, plante der Mobilfunkanbieter Orange (heute Salt) den Bau einer neuen Antenne auf einem Gebäude mitten im Wohngebiet an der Bellikonerstrasse.

Das Vorhaben löste im Dorf heftigen Widerstand aus. Die Anwohner wehrten sich mit einer Petition und über 300 Einsprachen. Orange zeigte sich kompromissbereit und legte das Projekt vorderhand auf Eis. Im Gegenzug bildete die Gemeinde Widen eine Arbeitsgruppe, die innerhalb nützlicher Frist ein Konzept über mögliche Antennenstandorte vorlegte.

Schon damals kam das regionale Alterszentrum Burkertsmatt ins Gespräch. Zuerst der Vorstand und später auch die Abgeordneten der elf beteiligten Gemeinden stimmten weiteren Abklärungen zu. Die Mobilfunkanbieter arbeiteten ein entsprechendes Projekt aus, das Anfang 2016 öffentlich aufgelegt und in der Folge vom Gemeinderat Widen bewilligt wurde.

Dagegen opponierte insbesondere auch jener Mann, der jetzt vor Bundesgericht den Kürzeren gezogen hat. Der Regierungsrat in erster und das Aargauer Verwaltungsgericht in zweiter Instanz haben der Gemeinde Widen recht gegeben. Deshalb musste in letzter Instanz das Bundesgericht entscheiden.