Asyl

Für die Asylunterkunft in Merenschwand sind nur kleine Umbauten nötig

Das ehemalige Restaurant Hirschen in Merenschwand wird zeitlich befristet zur Unterkunft für 25 Asylbewerber. Emanuel Freudiger/archiv

Das ehemalige Restaurant Hirschen in Merenschwand wird zeitlich befristet zur Unterkunft für 25 Asylbewerber. Emanuel Freudiger/archiv

Die Kosten sind bescheiden, ein Baubewilligungsverfahren nicht nötig: Der Idee, im ehemaligen Restaurant Hirschen in Merenschwand 25 Asylsuchende unterzubringen, steht eigentlich nichts im Weg – erst recht, wenn der Platz überall knapp ist.

Im ehemaligen Restaurant Hirschen in Merenschwand werden ab Januar 25 Asylsuchende untergebracht (Aargauer Zeitung von gestern) – Familien mit Kindern, Alleinstehende mit Kindern oder alleinstehende Frauen. Dafür müssen geringfügige Anpassungen im Innern vorgenommen werden, wie Stephan Müller, Fachbereichsleiter Unterbringung und Betreuung, ausführte. So sind zusätzliche Brandschutzmassnahmen notwendig. Und in der Küche wird der grosse Gastronomiekochherd durch zwei normale Kochherde ersetzt.

Da rund um den «Hirschen» keine freie Fläche verfügbar ist, wird die allgemeine Aufenthaltsmöglichkeit im Innern so grosszügig wie möglich ausgelegt. Geschätzte Kosten für alles: 15000 bis 20000 Franken. Dafür sind weder ein Umnutzungsgesuch noch ein Baubewilligungsverfahren notwendig, wie Gemeindeammann Karl Suter ausführte.

Informiert wurde auch über wei-tere Details. Die Sozialhilfe beträgt 10 Franken pro Tag für Erwachsene, für Bekleidung gibt es 20 Franken pro Monat. Der Gemeinde selber entstehen durch die Asylunterkunft im «Hirschen» keine Kosten. Schulpflichtige Kinder von Asylsuchenden werden in speziellen Einschulungsklassen auf den Schuleintritt vorbereitet.

Unterkünfte völlig überlastet

Der Kanton ist um jede Unterbringungsmöglichkeit froh, wie Roland Juen, Leiter Sektion Asyl, ausführte. Er führt, auf das ganze Gebiet verteilt, 53 Unterkünfte. Auf die total 1300 Unterkunftsplätze sind fast 1500 Menschen untergebracht. Die Auslastung der Unterkünfte liegt damit bei rund 115 Prozent. Die Belegung der Unterkünfte werde «so menschenwürdig wie möglich» gestaltet, sagte Juen. Ebenso sicherte er den Merenschwanderinnen und Merenschwandern zu, bei allfälligen Problemen schnell und unbürokratisch zu reagieren. Die entsprechenden Ansprechpartner seien auf der Gemeindekanzlei bekannt. Bei akuten Sicherheitsproblemen stehe ausserdem die Polizei rund um die Uhr zur Verfügung. «Wir selber führen in unseren Unterkünften ebenfalls häufige und regelmässige Kontrollen durch», hielt Jaun fest.

Und in Benzenschwil?

Das ehemalige Gemeindehaus in Benzenschwil steht ebenfalls leer. Über diese künftige Nutzung ist noch nichts entschieden. «Wir müssen zuerst einmal eine Bestandesaufnahme des Gebäudes machen und die Umnutzungsmöglichkeiten analysieren», führte Suter aus. Klar verneinte er, dass das Haus als Ersatz vorgesehen sei, wenn die Asylunterkunft Hirschen geschlossen wird, weil entweder der geplante Kreisel oder aber der Ersatzbau der Landi in Angriff genommen wird. Beide Vorhaben haben nämlich den Abbruch des «Hirschen» zur Folge. Die Asylsuchenden würden in diesem Fall an einen anderen Ort umplatziert.

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