«Die Bünztalstrasse ist kein Unfallschwerpunkt», hielt Regierungsrat Stephan Attiger einleitend zu seinen Ausführungen klar fest. Es war dies ganz offensichtlich eine Antwort an die Hendschiker Grossrätin Maya Bally, die im Parlament vor wenigen Tagen einen Vorstoss eingereicht und darin verlangt hat, das Departement Bau, Verkehr und Umwelt müsse sich dringend mit dieser «gefährlichen Strasse» befassen.

Das tut es schon lange. Aber nicht, weil dort überdurchschnittlich viele Unfälle passieren, sondern, weil der Verkehr immer weniger fliesst. «Der Ausbau des Autobahnzubringers in Lenzburg ist von Parlament und Volk beschlossen, zurzeit sind wir an der Detailprojektierung, ich hoffe auf einen Baustart 2016.»

Im Gegensatz zum Verkehr, der auf diesem Abschnitt zu den Hauptverkehrszeiten fast täglich stockt, ist für den Abschnitt Lenzburg–Wohlen der Bünztalstrasse bei der Planung zurzeit alles bestens im Fluss: «Wir stehen kurz vor dem Abschluss einer Machbarkeitsstudie und werden die Gemeinden noch in diesem Jahr über die möglichen Massnahmen informieren, die wir ins Auge gefasst haben», erklärte der Verkehrsminister an der Tagung des Regionalplanungsverbandes (Repla) Unteres Bünztal.

Es hat zu viele Knoten

Im Vordergrund der Planung steht dabei laut Attiger weder ein Vierspurausbau noch die Westumfahrung von Dottikon (Y-Spange über das Hendschikerfeld in Richtung Autobahnanschluss Mägenwil).

Einen Lösungsansatz sieht das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) in der Überprüfung der Knoten: «Wenn wir einige davon eliminieren können, wir der Verkehr auch ohne Vierspurausbau flüssiger», sagte Attiger.

Die Notwendigkeit eines Ausbaus steht ausser Frage: Laut BVU wird sich die durchschnittliche Tagesfrequenz auf der westlichen Bünztalachse in den nächsten 10 Jahren von heute 22 000 auf 26 000 Fahrzeuge pro Tag erhöhen.

Speditive Versammlung

Der Regierungsrat referierte im Anschluss an die von Repla-Präsident Walter Dubler souverän und speditiv geführte Versammlung noch über weitere Freiämter Themen. Seine konkreten Aussagen etwa zur Siedlungspolitik oder zum öffentlichen Verkehr lassen den Schluss zu, dass sich die Aargauer Regierung intensiv mit der Situation im Unteren Bünztal befasst.

Für den Repla bildet die Siedlungsentwicklung auch im nächsten Jahr einen Schwerpunkt der Tätigkeit. An der Spitze sowie in den Kommissionen stehen nach der einstimmigen Wiederwahl die gleichen Leute wie bisher. Neu nimmt Bruno Winkler, der neue Gemeindeammann von Sarmenstorf, im Vorstand Einsitz.