Die Unwetter haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten zugenommen. Mit einem sogenannten 100-jährlichen-Ereignis kann man wohl nicht erst in 100 Jahren rechnen.

Dass entlang der Bünz grosse Defizite in Bezug auf Hochwasserschutz bestünden, hätten die Gefahrenkarten Hochwasser sowie vergangene Hochwasserereignisse gezeigt, sagt der Wohler Gemeindeammann Walter Dubler. «Das Schadenpotenzial bei einem 100-jährlichen Hochwasser beträgt über 30 Millionen Franken.» Nun soll das Bünztal für einen solchen Fall geschützt werden.

Dank eines Hochwasserrückhaltebeckens zwischen den Siedlungsgebieten von Wohlen und Waltenschwil ist man gegen grosse Regenmengen besser geschützt. Der Erddamm wird über 900 Meter lang, im Mittel zwei Meter hoch und soll 600 000 Kubikmeter Wasser zurückhalten können. Zudem erfolgt ein Teilausbau der Bünz, mehrere Brücken zwischen Wohlen und Möriken-Wildegg werden erneuert.

So auch die Brücke an der Zentralstrasse in Wohlen. «Das ist eine anspruchsvolle Arbeit, weil hier viele Leitungen vorhanden sind», erklärt Dubler.

Kosten: 25 Millionen Franken

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 25 Millionen Franken, wobei Wohlen den grössten Betrag von 5,6 Millionen übernehmen muss. Insgesamt bezahlen die betroffenen Gemeinden 8 Millionen, den Rest übernehmen Bund und Kanton.

Die Mobiliar-Versicherung steuert ebenfalls 250 000 Franken bei, der Check wurde gestern an die Gemeinde übergeben. Der Betrag wird unter den Gemeinden aufgeteilt. «Wir unterstützen Präventionsprojekte in der ganzen Schweiz, darunter auch das Hochwasserschutzprojekt Bünztal», sagt Rolf Thumm, Generalagent der Mobiliar in Muri.

Die Arbeiten beginnen Mitte September und dauern voraussichtlich bis im Sommer nächstes Jahr. Mit dem Bau des Rückhaltebeckens wird voraussichtlich gegen Ende Jahr begonnen.