Wohlen/Villmergen

Für 26 Millionen: Die Nutzenbachstrasse wird saniert

Die SBB-Unterführung und die Angliker Bünzbrücke lassen den Verkehr (rund 7000 Fahrzeuge täglich) auf der Nutzenbachstrasse stocken. Das soll sich schon bald ändern.

Das Strassensanierungs-Projekt zwischen Wohlen und Villmergen ist rechtskräftig. Jetzt beginnen der Landerwerb und die Detailplanung.

Die Nutzenbachstrasse, die wichtige Querverbindung zwischen den beiden grossen Bünztalachsen, kann saniert werden. Wie Gesamtprojektleiter Marius Büttiker vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) auf Anfrage erklärt, steht dem auf 26 Mio. Franken veranschlagten Vorhaben nichts mehr im Weg: «Das Projekt ist seit wenigen Wochen rechtskräftig, der Regierungsrat hat es genehmigt.»

Jetzt erfolge umgehend der nötige Landerwerb. Parallel dazu würden die Erarbeitung des Ausführungsprojekts sowie die Vorbereitung der Submission in Angriff genommen. Läuft alles rund, kann allenfalls bereits 2020 mit der Realisierung begonnen werden.

Öffentliche Auflage hat im Sommer 2018 stattgefunden

Die Sanierung der Nutzenbachstrasse zwischen Villmergen und Anglikon ist ein Projekt, das seit Jahrzehnten ansteht. Ursprünglich gehörte die rund 1,5 Kilometer lange Querverbindung den beiden Anstössergemeinden. Seit über 20 Jahren ist es jedoch eine Kantonsstrasse, die dem auf mittlerweile rund 7000 Fahrzeuge pro Tag angewachsenen Verkehrsaufkommen längst nicht mehr gewachsen ist.

Sie ist nicht nur (zu) schmal, sondern auch in einem sehr schlechten Zustand. Im Bereich der engen SBB-Unterführung, bei der das Kreuzen zwischen Lastwagen und Personenwagen praktisch unmöglich ist, kommt es auch immer wieder zu Unfällen. Muss die Nutzenbachstrasse nach einem solchen für ein paar Stunden gesperrt werden, bricht der Verkehr in Wohlen praktisch zusammen und in der Region gibt es längere Staus.

Nach einem ersten gescheiterten Projekt ist die aktuelle Sanierungsvariante im Juni/Juli 2018 öffentlich aufgelegt worden. Geplant ist ein moderater Ausbau, mit dem die Nutzenbachstrasse für alle Verkehrsteilnehmer wieder sicherer wird. Die Sanierung umfasst den Ersatz der SBB-Brücke, einen neuen Rad- und Gehweg sowie die Optimierung der verschiedenen Knoten (Zufahrten zu Coop Bau + Hobby und Cellpack sowie zum Gewerbegebiet Ferrowohlen), was insbesondere auch für den öffentlichen Verkehr deutliche Verbesserungen bringt.

Auch das zweite Engnis auf der Route, die bisher nur einspurig befahrbare Bünzbrücke in Anglikon, wird verbreitert. Im Rahmen der Sanierung ist weiter auch die Revitalisierung des Nutzenbachs geplant, die auf 3 Mio. Franken veranschlagt ist. Die Gemeinde Wohlen bezahlt daran knapp 1,2 Mio. Franken.

Kanton übernimmt den grössten Anteil der Gesamtkosten

Von den Kosten von 25,75 Mio. Franken für die Sanierung der Nutzenbachstrasse übernimmt der Kanton Aargau den Löwenanteil. Die Gemeinde Wohlen muss sich dekretsgemäss mit 6,27 Mio. Franken beteiligen, die Gemeinde Villmergen mit 4,91 Mio. Franken.

Wenn es weiterhin rundläuft, kann mit der Umsetzung des umfangreichen Bauvorhabens früher gestartet werden als ursprünglich geplant. Bei der Präsentation des Projekts im Frühsommer 2018 war von einem Baubeginn im Frühling 2021 die Rede. Jetzt kann allenfalls schon im Laufe des nächsten Jahres der Spatenstich stattfinden.

Das liegt einerseits daran, dass man im BVU tüchtig vorwärtsgemacht hat. Anderseits konnten auch die Einsprachen im Bewilligungsverfahren vergleichsweise rasch erledigt werden. Im Rahmen der öffentlichen Auflage sind insgesamt fünf Einwendungen eingegangen. Zum Teil konnten in den nachfolgenden Verhandlungen gütliche Einigungen erzielt werden.

Am Schluss blieben zwei Einsprachen übrig, die vom Regierungsrat in der Folge entschieden wurden und innerhalb der gesetzten Frist nicht weitergezogen worden sind. Somit konnte das Projekt in Rechtskraft erwachsen. Die Bauzeit für die Sanierung der Nutzenbachstrasse beträgt laut Gesamtprojektleiter Marius Büttiker rund zwei Jahre.

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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