Sins

Für 240'000 Franken: Überlebensraum für die kleinen Fische der Reuss

Inselbuhnen, Uferbuchten und Buhnen am Uferrand bereichern heute den Reusslauf bei Sins und verbessern die Lebensbedingungen für Jungfische.

Inselbuhnen, Uferbuchten und Buhnen am Uferrand bereichern heute den Reusslauf bei Sins und verbessern die Lebensbedingungen für Jungfische.

Mit baulichen Massnahmen wurden in und an der Reuss die Bedingungen nicht nur für Äschen verbessert.

Die Arbeit ist getan, jetzt folgt das Baugesuch: In Sins wurden Teile des Reussufers mit baulichen Massnahmen aufgewertet. Das nachträgliche Baugesuch, das jetzt aufliegt, ist notwendig, weil die gewählten Massnahmen zur Ufergestaltung von der ursprünglich bewilligten Uferstrukturierung abweichen.

Das Reussufer in der Gemeinde Sins wurde einst streckenweise mit Blöcken und Betonelementen zur Begradigung und zum Schutz vor Hochwasser naturfern verbaut. Einzelne umgestürzte Bäume oder partiell aufgebrochene Ufersicherungen waren weitgehend die einzigen wertvollen Strukturen für Wassertiere, wie die Abteilung Wald, Jagd und Fischerei des Departements Bau, Verkehr und Umwelt in ihrem technischen Bericht festhält. Mit dem Projekt der modernen Melioration in Sins-Reussegg war vorgesehen, das linke Reussufer teilweise abzuflachen, Buchten am Ufer zu erstellen und die Monotonie mit Raubäumen, Buhnen und Steingruppen zu strukturieren.

Es wurden jedoch, nach Abklärung der Details, weniger Uferabflachungen erstellt. Auch wurde möglichst wenig und nur im Bereich der neuen Buchten in die bestehende Ufervegetation eingegriffen, damit wertvolle Bäume erhalten werden konnten. In einem Teil des Reusslaufs entstanden vier grössere Inselbuhnen, um das Wasser in die neu erstellten Uferbuchten zu lenken. Diese bestehen aus formwilden Blöcken und sind in die Flusssohle eingebunden.

Drei Buhnen am Uferrand sind ebenfalls aus formwilden Blöcken realisiert. Beim Bau aller Buhnen wurde darauf geachtet, dass das Kulturland sowie Bauten und Anlagen nicht zusätzlich negativ durch Hochwasser beeinträchtigt werden. Die Form und Ausrichtung der Anlagen seien so gewählt, dass das Ufer weniger stark belastet werde, heisst es im technischen Bericht weiter. «Das Kulturland ist durch die Buhnen heute besser vor Erosion geschützt.» Um Schlauchboot- und Kanufahrer auf die Anwesenheit eines Hindernisses hinzuweisen, wurde oberhalb der Inselbuhnen am linken Reussufer ein entsprechendes Schifffahrtssignal installiert. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf knapp 240'000 Franken.

Mit den getroffenen Massnahmen würden sich unter anderem die Lebensbedingungen für die Äsche verbessern. Die Reuss ist im betreffenden Abschnitt Teil eines Äschenlaichgebiets von nationaler Bedeutung. Die natürliche Reproduktion der Fische kann aufgrund der offenbar noch funktionsfähigen Kiesbänke an der Reuss oberhalb des Flachsees an mehreren Stellen jährlich nachgewiesen werden. «Was fehlt, sind Lebensräume für die nach dem Schlupf aus der Kiesbank abdriftenden Larven und die kleineren Äschen.» Auch Jungfische anderer Arten, unter anderem die vom Aussterben bedrohte Nase, sowie Kleinfischarten profitieren von strukturreichen Ufern sowie unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten und Wassertiefen.

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