Villmergen

Für 22 Millionen: Geschichtsträchtige Gasthäuser müssen Überbauung weichen

Die markanten Gasthäuser Rössli (links) und Ochsen am Dorfplatz in Villmergen sind in die Jahre gekommen und sollen einer neuen Überbauung weichen.chr

Die markanten Gasthäuser Rössli (links) und Ochsen am Dorfplatz in Villmergen sind in die Jahre gekommen und sollen einer neuen Überbauung weichen.chr

Aus den Gasthöfen «Rössli» und «Ochsen» in Villmergen sollen Neubauten am Dorfplatz erwachsen. Die Aveo Services AG in Bassersdorf ist bereit, 22 Millionen Franken darin zu investieren.

Das «Rössli» und der «Ochsen» prägen von Alters her das Ortsbild am Dorfplatz in Villmergen. Die baufällig gewordenen Häuser sollen einer Neuüberbauung weichen. Die Aveo Services AG in Bassersdorf ist bereit, 22 Millionen Franken darin zu investieren.

Das Projekt stammt von der Xaver Meyer AG, Architektur, Bau, Elementbau und Gartenbau in Villmergen. In den stattlichen Hauptgebäuden sowie in einem separaten Hofhaus sind insgesamt 31 Wohnungen geplant. Das Bauvorhaben umfasst ferner eine zweigeschossige Tiefgarage mit total 85 Parkplätzen.

Visualisierung der Südost-Fassade der geplanten Überbauung Rössli und Ochsen ist Bestandteil des Baugesuchs.pd

Visualisierung der Südost-Fassade der geplanten Überbauung Rössli und Ochsen ist Bestandteil des Baugesuchs.pd

Bauzeit voraussichtlich 2 Jahre

Das Baugesuch liegt noch bis am 24. Dezember im Gemeindehaus öffentlich auf und enthält Pläne, wonach auf der Seite Rössli wieder ein Restaurant vorgesehen ist. Wo jetzt das Haus noch mit «Speiserestaurant Hotel» (Ochsen) angeschrieben ist, wird im Neubau dann eine Migros-Filiale eröffnet, wie die AZ in Erfahrung bringen konnte.

Der Bauplatz an der Schulhaus- und Mitteldorfstrasse umfasst 2 Parzellen in der Dorfzone mit einer Fläche von rund 2570 Quadratmetern. Es ist vorgesehen, die darauf befindlichen 4 Liegenschaften mit den Sozialwohnungen abzubrechen und so Platz zu schaffen für das neue Wohn- und Gewerbegebäude mit Tiefgarage und Mehrfamilienhaus. Es wird mit einer Bauzeit von 2 Jahren gerechnet.

Braunrote Ziegel, helle Fassade

Während die Kellerumfassungsmauern, die Kellerdecke und die Decke über dem Erdgeschoss in Beton ausgeführt werden, bestehen die Umfassungsmauern der übrigen Geschosse aus Backstein. Die Dächer werden mit braunroten Ziegeln gedeckt und die Fassaden hell verputzt. Gemäss Baugesuchsunterlagen wird eine Gasheizung eingebaut und das Wasser mit 50 Prozent erneuerbarer Energie erwärmt. In der ganzen Überbauung steht eine Bruttogeschossfläche von gut 4890 Quadratmetern zur Verfügung bei umbautem Raum von 36 920 Kubikmetern.

Rettung der Mauer aufwendig

Das Neubauprojekt am Dorfplatz wird begleitet vom Kanton, der verlangt, dass die «Rössli»-Fassade erhalten bleibt. Dabei handelt es sich um eine Vorgabe im Gestaltungsplan, den der Regierungsrat in diesem Jahr verabschiedet hat. Untersuchungen der Bausubstanz haben gezeigt, dass die Rettung und Abstützung des Mauerwerks eine aufwendige und knifflige Angelegenheit, vor allem aber mit hohen Zusatzkosten verbunden wäre. Ein Abbruch und der vorgesehene Neuaufbau sind hier am sinnvollsten. Zumal ja an der Wand lediglich die Wappentafel mit dem Relief von 1685 unter kantonalem Denkmalschutz steht, nicht aber das Gebäude.

Wie Reto Studer, Leiter der Abteilung Bau, Planung und Umwelt, gegenüber der AZ ausführte, bedeutet die Neuüberbauung des «Rössli»- und «Ochsen»-Areals eine Aufwertung des Dorfzentrums. Er hielt weiter fest: «Erwünscht wäre eine möglichst zeitnahe Realisation des Vorhabens. Es bleibt jedoch die Auflagefrist mit der Einsprachemöglichkeit abzuwarten. Bis jetzt gab es durchweg positive Reaktionen aus der Bevölkerung.»

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