Wohlen

Fünf Schulklassen der Oberstufe in Quarantäne – das sorgt an Freiämter Schulen für grossen Mehraufwand

Trotz Maskenpflicht sind derzeit fünf Wohler Schulklassen der Oberstufe in Quarantäne.

Trotz Maskenpflicht sind derzeit fünf Wohler Schulklassen der Oberstufe in Quarantäne.

Onlineunterricht und Stellvertretungen wegen Corona: Freiämter Schulen haben wegen Quarantänefällen erheblichen Mehraufwand. Lehrer und Schulleiter sind gefordert.

Das Cornavirus ist auch in den Freiämter Schulen angekommen, wie der «Wohler Anzeiger» in seiner Dienstagsausgabe feststellte. «Ja, es ist so, wir haben in unserem Schulzentrum Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden», sagte Rolf Stadler, Schulleiter des Oberstufenschulhauses Bünzmatt und Präsident der Schulleitungskonferenz Wohlen der Lokalzeitung.

Auf Anfrage der AZ bestätigt Stadler, dass sich unterdessen fünf Schulklassen, allesamt aus der Oberstufe, sowie fünf Lehrpersonen in Quarantäne befinden. Ob sich eine ganze Klasse oder nur einzelne Schüler in Quarantäne begeben müssen, hänge davon ab, ob ein potenzieller Risikokontakt im Schulumfeld oder in der Familie stattgefunden habe.

Die persönlichen Schicksale der Schüler gehen nahe

Die Schüler, die dem Präsenzunterricht fernbleiben müssen, werden mit Hausaufgaben versorgt und von den Lehrpersonen aus der Ferne unterstützt. «Der Spagat zwischen Online- und Präsenzunterricht ist für die Lehrpersonen nicht einfach», sagt Stadler. Zudem gehe den Lehrern auch das persönliche Schicksal der Schüler, die infiziert seien, nahe. «Den menschlichen Aspekt darf man nicht vergessen», meint er. Da viele der Lehrpersonen einer Risikogruppe angehören, sei auch die Angst vor einer möglichen eigenen Erkrankung allgegenwärtig.

Bislang nur Einzelfälle an Kantonsschule und BBZ

«Die Situation verändert sich täglich», sagt Matthias Angst, Rektor der Kantonsschule Wohlen. Zwei Schüler haben sich mit dem Coronavirus infiziert und befinden sich in Isolation. Dies seien die ersten Coronafälle an der Kanti. Bei über 800 Schülern sei man bislang mit einem blauen Auge davongekommen.

Fünf infizierte Schüler und zwei Lehrpersonen mussten sich bislang am Berufsbildungszentrum Freiamt (BBZ) in Wohlen in Isolation begeben, wie Rektor Philippe Elsener bestätigt. Einzelne vorsorgliche Quarantänefälle unter den Schülern kämen zwar vor, eine ganze Klasse wurde jedoch noch nicht unter Quarantäne gesetzt. Elsener begründet die tiefe Zahl damit, dass das BBZ früh Massnahmen getroffen habe. «Wir gehören sicher zu den Übervorsichtigen.» So ist die BBZ-Mensa seit dem Lockdown zu. Die Schüler nehmen ihr Mittagessen im Schulzimmer, an ihrem fest zugeteilten Platz, ein. Zudem herrscht seit dem 10. August Maskenpflicht für Schüler und Lehrpersonen. Dennoch gehöre auch ein bisschen Glück dazu.

Stellvertretungen zu finden, gestaltet sich schwierig

Auch Thomas Weber, Gesamtschulleiter von Muri, klagt nicht: «Auf der Schülerebene sind wir – Holz anfassen – bis jetzt verschont geblieben.» Aktuell sind zwei Schüler aus der dritten Sek in Muri vom Virus betroffen, entsprechend befänden sich ihre Klasse sowie eine Lehrperson noch bis nächste Woche in Quarantäne. «Ansonsten hatten wir nur zwei weitere Einzelfälle, gleich Anfang und Ende der Sommerferien.» Die Ausnahmesituation der vergangenen Monate bringe viel Mehraufwand mit sich, wie Weber bestätigt. «Die Fragen der Familien häufen sich, und auch die Quarantänen von Schülern und Lehrpersonen aufgrund von Fällen aus deren Umfeld spüren wir», führt er aus.

Das grösste Problem sei jedoch die Suche nach Stellvertretungen. «Es geht allen Schulen rundherum gleich. Externe Hilfe zu finden, ist sehr schwer», so Weber. Aus diesem Grund würden die Schulen in Muri ihre Personalausfälle vor allem intern lösen. «Für die Lehrpersonen bedeutet das jedoch ein grosser Druck.»

Guido Wirth, Gesamtschulleiter von Bremgarten, war gestern für eine Auskunft zur Coronasituation bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

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