Wohlen

Frustrierter Büchi tritt per sofort aus Einbürgerungskommission zurück

Gemeindehaus Wohlen

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Der Wohler SVP-Einwohnerrat Roland Büchi erklärt seinen Rücktritt aus dem Gremium. Er reagiert damit auf die Ablehnung der Motion über Einbürgerungsgespräche.

Die sechsköpfige Einbürgerungskommission der Gemeinde Wohlen ist ab sofort um ein Mitglied ärmer. Roland Büchi (SVP) erklärt seinen Rücktritt aus dem Gremium. Sein Abgang aus der Kommission ist die Reaktion auf die Ablehnung einer Motion im Einwohnerrat vergangenen Montag. Diese forderte, dass die Gesuchsteller vor der Einbürgerungskommission (EBK) vorsprechen müssen und nicht nur mehrheitlich vor der gemeinderätlichen Kommission.

Einwohnerrat und SVP-Präsident Büchi sagte in der Debatte unter anderem: «Heute führt der teuerste Mann im Gemeindehaus zusammen mit einer Mitarbeiterin der Kanzlei das Gespräch.» Der indirekt angesprochene Gemeindammann Arsène Perroud konterte den Vorwurf so: «Die Unterstellung, dass ich alleine, weil ich in der SP bin, alles durchwinke, ist frech und unangebracht.»

In seinem Rücktrittsschreiben erklärt Büchi, dass er die verschiedenen Abläufe nicht mehr nachvollziehen könne, seit die Einbürgerungskommission eine gemeinderätliche sei. Für ihn sei klar, dass das Einbürgerungsgespräch ein wichtiger Bestandteil der Einbürgerung sei und zwingend im Beisein eines gewählten Kommissionsmitgliedes erfolgen sollte.

Mit dem Gewissen nicht mehr vereinbar

Büchi schreibt: «Die EBK hat nur eine beratende Funktion, wer eingebürgert wird, entscheidet der Gemeinderat. In unserem Fall der Gemeindeammann. Hier wird das sozialistische Gedankengut voll ausgelebt und so viele Personen eingebürgert wie nur möglich. Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, darum ist es für mich die einzig logische Konsequenz die EBK zu verlassen.» Aus seiner Zeit als Mitglied nimmt er aber auch Positives mit. «Ich durfte viele interessante Gespräche mit einbürgerungswilligen Personen führen. Es war eine interessante und lehrreiche Zeit, vor allem die fünf Jahre als EBK-Präsident», teilt Büchi mit.

Nach seinem Rücktritt setzt sich die Wohler Einbürgerungskommission vorläufig noch aus Arsène Perroud (Präsident, SP) sowie den Mitgliedern Armin Geissmann (FDP), Aline Knoblauch (CVP), Andrea Notter (SP) und Beate Zimmermann (EVP) zusammen. (rib)

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