Jonen
«Früh da sein für eine gute Fasnacht»

Besucher kritisieren «Näbelgeischternacht» – der OK-Präsident verspricht Verbesserungen. Am Fasnachtsabend wurden plötzlich keine Leute mehr eingelassen und mussten enttäuscht wieder abziehen.

Michèle Graf
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Näbelgeischternacht: Anstehen, weil nur 900 Leute eingelassen wurden.

Näbelgeischternacht: Anstehen, weil nur 900 Leute eingelassen wurden.

«Wir freuten uns sehr auf einen lustigen Fasnachtsabend, aber als wir um 21.30 Uhr in Jonen vor dem Eingang standen, mussten wir von anderen Besuchern erfahren, dass keine Leute mehr eingelassen werden», sagt Karin Fischer. Die 20-jährige Fasnächtlerin aus Bünzen wollte mit Kolleginnen an die «Näbelgeischternacht», musste aber enttäuscht abziehen.

«Wir fanden es mühsam, dass man nicht vorher informiert wurde. Es stand zwar ein Kaffeezelt zur Verfügung, in dem man warten konnte, bis wieder Plätze frei wurden, aber es machte uns nicht sonderlich an. Also sind wir halt weitergezogen, um zu feiern», blickt sie zurück.

Karin Fischer war bei weitem nicht die einzige Besucherin, die wieder ging. Obwohl die Näbelgeischter schon vor dem Anlass auf ihrer Website schrieben, dass an der «Näbelgeischternacht» nur 900 Besucher eingelassen würden und die Fasnächtler baten, früh zu kommen, gab es viele Enttäuschte.

Gemeinderat lehnte Gesuch erst ab

Grund für die begrenzte Gästezahl war die letztjährige «Näbelgeischternacht». Der Fasnachtsanlass war 2010 stark besucht, was zu Problemen führte. Es wurden Flaschen geworfen und kam zu mehreren Auseinandersetzungen. Aus Sicherheitsgründen lehnte der Gemeinderat daher das Gesuch für die diesjährige «Näbelgeischternacht» anfänglich ab.

Nach einer erneuten Anfrage einigten sich der Gemeinderat und die Gugge jedoch darauf, die Veranstaltung wie jedes Jahr in der Schul- und Mehrzweckanlage Jonen durchzuführen. Allerdings unter der Bedingung, maximal 900 Personen einzulassen.

Obwohl diese Beschränkung zuvor in der regionalen Presse veröffentlicht worden war, kam es zu erzürnten Reaktionen. Vor allem nervten sich Besucher, welche bereits um
20 Uhr gekommen waren und nicht mehr eingelassen wurden.

Grund dafür scheint vor allem ein fehlendes «Ansteh-Konzept» zu sein. Vielen Kommentaren auf der Homepage der Näbelgeischter zufolge gab es keinerlei Übersicht beim Anstehen; es waren weder Gitter noch Schilder vorhanden, die ein geordnetes Warten ermöglicht hätten.

Guggen mitten im Gedränge

Auch den auftretenden Guggen bereitete der Eingangsbereich einige Probleme. Ivo Ribi aus Hägglingen erinnert sich: «Der Standort des Eingangs war nicht optimal, die Organisation hat nicht funktioniert. Schon um 19 Uhr hatte es extrem viele Menschen, und da das Gelände noch nicht geöffnet war, versammelten sich diese alle im Eingangsbereich», beschreibt er die Situation. Weil es keinen separaten Durchlass für die Guggen gab, mussten diese durch die Menschenmenge laufen, was mit Instrumenten ziemlich mühsam war. Ribi kritisiert: «Die Sicherheitsleute standen nur herum und haben uns nicht geholfen, sie verzogen keine Miene. Die Schlagzeuge mussten wir über die Geländer heben, um hineinzukommen», gibt er ein Beispiel.

OK-Präsident hat Verständnis

Manuel Stutz, OK-Präsident der «Näbelgeischternacht», hat Verständnis für die enttäuschten Besucher. «Klar ist es schade, dass die Leute nach all den Bemühungen mit Verkleiden und Anstehen nicht mehr eingelassen wurden. Aber es ist nun mal so, dass man für eine gute Fasnacht früh da sein muss.»

Wie reagiert die Gugge nun auf die erzürnten Reaktionen in ihrem Online-Gästebuch? «Wir sind offen für konstruktive Kritik und werden uns bemühen, das nächste Mal einiges zu verbessern.»

Gerade im Eingangsbereich wird es gemäss Stutz Änderungen geben. Geplant ist ein «Schlauch», der die Menschenmenge klar in ein Anstehkonzept weist und für deutlich weniger Gedränge sorgt. Auch ein separater Eingang für die auftretenden Guggen ist vorgesehen.

Überdies soll die Kommunikation zwischen den Organisatoren und den Sicherheitsleuten besser funktionieren, sodass sich die Besucher nicht über sie aufzuregen brauchen. «Wir schauen, dass nächstes Jahr mehr Übersicht vorhanden sein wird und alle eine gute Fasnacht geniessen können», verspricht Stutz.