Wohlen

Früher noch eine Stroh- heute viel mehr eine Strom-Metropole

Geschäftsführer Max Ulrich (links) und Daniel Wehrli (rechts) zeigen einem arabischen Handelspartner ihre neue Produktreihe. Chantal Gisler

Geschäftsführer Max Ulrich (links) und Daniel Wehrli (rechts) zeigen einem arabischen Handelspartner ihre neue Produktreihe. Chantal Gisler

Für ein Produkttraining reisen Kunden und Partner aus der ganzen Welt zur Camille Bauer Metrawatt.

Wohlen ist multikulti, das ist nichts Neues. Doch diese Woche ist es noch multikultureller: 49 ausländische Gäste reisen in die Strohmetropole. Sie alle zieht es zu einer Firma an der Aargauerstrasse, zur Camille Bauer Metrawatt.

Sie lädt Vertreter ihrer ausländischen Partner und Kunden nach Wohlen ein, um ihnen bei einem Produkttraining ihre Innovationen und die neue Produktreihe vorzustellen. Neben verschiedenen Sprachen wie Französisch, Spanisch, Indisch und sogar Finnisch hört man in den Büroräumen der Firma vor allem eines: Fachchinesisch, und zwar auf Englisch.

Interessierte aus ganz Europa, Amerika, dem Nahen Osten und Asien kommen schon seit 17 Jahren ins Freiamt, um sich die Energie-Messgeräte von Camille Bauer anzusehen. Für die Firma ist das überlebenswichtig, denn 95 Prozent ihrer Produkte verkauft sie ins Ausland.

Trotzdem werden die Geräte in Wohlen hergestellt, die Rohstoffe stammen grösstenteils aus der Schweiz. «Unser grösster Absatzmarkt liegt aber in Europa und Asien», erklärt Geschäftsführer Max Ulrich. «Im Freiamt gehören wir zu den einzigen Firmen, die ein Produkttraining mit so vielen ausländischen Gästen machen.»

Einfacher zu lokalisieren

Diese Woche stellt die Firma eine neue Produktreihe vor. Die insgesamt 49 Gäste werden in sechs Gruppen eingeteilt, drei englisch- und drei deutschsprachige. Mehrere Experten erklären den Anwesenden zunächst die Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten der Geräte. Anschliessend können die Interessenten diese testen und den Umgang üben.

«Das ist wichtig, denn die Meisten hier gehören zu unseren Zwischenhändlern, die unsere Produkte in ihren Ländern vermarkten. Sie müssen wissen, wie die Geräte funktionieren, um es den Kunden bestmöglich vermitteln können», erläutert Ulrich.

Bei den meisten Geräten der neuen Produktreihe handelt es sich um Energiemessgeräte. «Damit kann jede Form von Energie, beispielsweise Solar- oder Atomenergie, gemessen werden», erläutert der Geschäftsführer.

Das Aushängeschild des diesjährigen Produkttrainings ist das Netzqualitätsgerät. «Beispielsweise für Spitäler oder andere medizinische Einrichtungen ist dieses Instrument sehr wichtig», erzählt Ulrich.

«Denn wenn die normale Energieversorgung unterbrochen wird und der Strom vom Notgenerator kommt, was öfter vorkommt, als man denkt, zeigt dieses Gerät auf, wann und wo der Unterbruch stattgefunden hat. Für die Techniker ist der Fehler so einfacher zu lokalisieren.»

Anpassungsfähig bleiben

«Wir wollen uns gemeinsam mit den Vertretern anderer Länder ein Bild davon machen, was im Ausland gebraucht wird. Nur so können wir flexibel bleiben und unsere Produkte den Bedürfnissen unserer Kunden anpassen.» Zum ersten Mal dabei ist Geir Mikkelsen. Der Norweger arbeitet bei der Kontram A.S. im norwegischen Porsgrunn.

«Es macht viel Spass und ich würde auf jeden Fall wieder kommen. Der Umgang mit den neuen Produkten ist wichtig für die Vermarktung in Norwegen. Doch vor der Rückreise werde ich noch eine Woche Skiferien in der Schweiz machen.»

Weshalb sind Sie aus dem Ausland ausgerechnet nach Wohlen zum Produkttraining gekommen?

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