Am Flachsee zwischen Rottenschwil und Bremgarten gehen – wieder einmal – die Wogen hoch. Tierschützer werfen dem Kanton vor, nichts gegen ein junges Krokodil zu unternehmen, das vor einigen Wochen im Naturschutzgebiet im Reusstal ausgesetzt worden sein soll.

Fotografieren konnte das Reptil, das einen knappen Meter lang sein soll, bisher noch niemand.

Mehrere Leute wollen es jedoch verschiedentlich in der Morgendämmerung in der Umgebung der Rottenschwiler Brücke schon gesehen haben.

Kaum mehr Schwäne zu sehen

Der Ort, an dem das Krokodil in den letzten Tagen mehrmals aufgetaucht sein soll, gibt den Gerüchten und Spekulation Auftrieb.

Regelmässigen Besuchern des Flachsees ist aufgefallen, dass dort seit einiger Zeit nur noch vereinzelte Schwäne zu sehen sind. Eine Feststellung, welche die Stiftung Reusstal bestätigt: «Dem ist tatsächlich so. Seit unsere Aufseher das Fütterungsverbot nachhaltiger durchsetzen, halten sich im Gebiet der Rottenschwiler Brücke deutlich weniger Schwäne auf als früher. Sie sind jetzt gezwungen, ihr Futter im ganzen Flachseegebiet selber zu suchen», heisst es dort.

Von einem Krokodil will man bei der Stiftung Reusstal jedoch nichts wissen. Das sei mehr als ein dummes Gerücht, das sei absoluter «Hafechäs».

Wenn dem so wäre, hätten die Aufseher das Reptil schon längst entdeckt und zusammen mit den zuständigen Stellen vom Kanton die notwendigen Massnahmen eingeleitet. Ein Krokodil im Flachsee, erklärt man bei der Stiftung Reusstal, wäre trotz aller Tierliebe gänzlich unerwünscht.

Natürliche Bestandesregelung?

Und auch beim Kanton winkt man ab. Ein junges Krokodil könnte im Flachsee wohl kaum länger als ein paar Tage überleben. Schon gar nicht in dieser Jahreszeit. Für Kaltblüter sei nicht nur das Wasser im Flachsee zu wenig warm, sondern auch die Umgebung. Und wenn doch, schmunzelt man in Aarau, dann könnte ein Reptil sicher nicht in der kalten Morgendämmerung beobachtet werden, sondern höchstens in der warmen Nachmittagssonne.

Allen Dementi zum Trotz sind die Gerüchte über das Krokodil bisher nicht aus der Welt geschafft.

Im Gegenteil: Landwirte aus der Region geben ihnen mit entsprechenden Kommentaren zusätzliche Nahrung: «Ein Krokodil im Flachsee? Das wäre auf einen Schlag die Lösung all unserer Probleme», erklärt ein Bauer aus Oberlunkhofen, der seinen Namen allerdings «auf gar keinen Fall in der az» sehen will.

Man erinnert sich: Weil sich die gut gefütterten Schwäne am Flachsee immer stärker vermehrten, wurden sie allmählich zur Landplage.

Im wörtlichen Sinn: Durch ihren Kot wurden die angrenzenden Wiesen überdüngt und die Landwirte reklamierten massive Schäden an den Kulturen. 2008 wurden deshalb zur Bestandesregulierung acht Tiere abgeschossen und zwei Jahre später wurde auch ein Flamingo erlegt, der aus einem Zoo an den Flachsee abgehauen war.

Die Abschüsse lösten damals einen Aufstand bei den Tierschützern und lange politische Debatten aus. Nicht abwegig, dass Stiftung Reusstal und Kanton unter diesem Aspekt ein gefrässiges Reptil im Flachsee gar nicht so unwillkommen wäre.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen April-Scherz.