Wohlen
Freudige Überraschung: Bünzbrücke zwei Monate früher fertig als erwartet

Verspätungen wegen Hochwasser und anderen Überraschungen wurden mit Sondereinsatz wettgemacht.

Toni Widmer
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Die Bauarbeiter haben bei der Realisierung der neuen Bünzbrücke an der Zentralstrasse bisher tüchtig in die Hände gespuckt. Toni Widmer

Die Bauarbeiter haben bei der Realisierung der neuen Bünzbrücke an der Zentralstrasse bisher tüchtig in die Hände gespuckt. Toni Widmer

Toni Widmer

Gute Kunde für die Geschäfte, die vom Bau der neuen Bünzbrücke an der Wohler Zentralstrasse betroffen sind: «Wir haben beim Baustart im April versprochen, die Arbeiten würden kurz vor Weihnachten 2015 beendet sein. Jetzt gehen wir davon aus, dass bis Mitte Oktober alles fertig ist», erklärte Projektleiter Roberto Scappaticci von der Sektion Brücken und Tunnel im Departement Bau, Verkehr und Umwelt, an einem Medientermin vor Ort.

Auch am Samstag gearbeitet

Die um zwei Monate kürzere Bauzeit resultiert einerseits aus Konzeptänderungen im Vorgehen. Anderseits haben der verantwortliche Baumeister und seine Leute bisher auch tüchtig Gas gegeben und sogar Verzögerungen eingeholt: «Wir mussten mit einigen Überraschungen fertig werden. So sind die Bauarbeiten wegen Hochwassers mehrmals eingestellt worden. Weiter haben die Wassermassen verschiedentlich Schäden verursacht, die wieder behoben werden mussten», erklärte Scappaticci. Für einigen Zusatzaufwand habe auch der alte Mühlekanal gesorgt, von dessen Existenz man nichts wusste (die az berichtete). «Dieser Kanal ist auf den Plänen nicht eingezeichnet und wir haben nicht damit gerechnet, dass wir noch eine zweite Brücke abbrechen müssen.»

Um verlorene Zeit gut zu machen und möglichst rasch vorwärtszukommen, haben die Arbeiter ihre Arbeitstage verlängert und wenn nötig auch an Samstagen gearbeitet. Daneben hat man sich entschlossen, die Hochwasserschutz-Mauern, die man an sich erst danach erstellen wollte, parallel mit dem Brückenneubau hochzuziehen. Damit kann erheblich Zeit eingespart werden.

Das ist ganz im Sinn der Gemeinde Wohlen, wie Christoph Meyer, Leiter Tiefbau, erklärte: «Für uns ist wichtig, dass die Bevölkerung sieht, wie rasch es auf dieser Baustelle im Zentrum von Wohlen vorwärtsgeht. Dieses Ziel ist sicher erreicht worden. Mit einer guten Koordination der Arbeiten lässt sich so für die von der Baustelle betroffenen Geschäfte das Optimum herausholen.» Erfreulich für die Gemeinde ist laut Meyer, dass es kaum Verkehrsprobleme gibt: «Dank einer guten Organisation durch die Regionalpolizei haben wir sogar den Markttag mit der gesperrten Bünzstrasse sehr gut bewältigt.»

Erschütterungen im Rahmen

Zurzeit hoffen die Verantwortlichen vor allem auf trockenes Wetter: «Wir konnten am vergangenen Donnerstag die Brückenplatte betonieren. Dazu haben wir eine spezielle Betonmischung verwendet, die sehr schnell austrocknet. Wenn das Wetter mitspielt, können wir in den nächsten Tagen den Gussasphalt zur Abdichtung des Bauwerks einbringen», erklärte der Projektleiter. Somit könne – wie von Anfang an geplant – im Juli der Wechsel erfolgen und der Abbruch des südlichen Brückenteils in Angriff genommen werden. Scappaticci hofft, in der zweiten Bauphase von grösseren Überraschungen und vor allem von Hochwasser verschont zu bleiben. «Es zeichnet sich aber ab, dass es auch dort nicht so einfach wird, wie geplant. Die komplexe Situation mit den Werkleitungen wird einigen Zusatzaufwand erfordern.»Während der bisherigen Bauphase sind vor Ort die Erschütterungen beim Rammen dauernd kontrolliert worden. «Die Messungen haben gezeigt, dass wir stets im grünen Bereich gewesen sind», erklärte Scappaticci. Im Griff hat man trotz den verschiedenen Überraschungen die Kosten. Veranschlagt ist das Bauwerk auf 1,3 Mio. Franken, daran zahlen Bund und Kanton 39, beziehungsweise 32,5 Prozent, 28,5 Prozent entfällt auf Wohlen.