Jonen
Fremdkörper im Dorfkern: Kein Solardach auf Landi-Neubau

Die Photovoltaik-Elemente würden laut Denkmalpflege das national bedeutende Ortsbild beeinträchtigen. In diesem zeigten alle Dachflächen eine Ziegeldeckung in roter oder brauner Farbgebung – ein spiegelndes Solardach sei ein Fremdkörper.

Eddy Schambron
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Visualisierung des in Realisierung begriffenen Neubaus mit Sonnenkollektoren.

Visualisierung des in Realisierung begriffenen Neubaus mit Sonnenkollektoren.

Zur Verfügung gestellt

Die Landi Freiamt wollte auf ihrem Ladenneubau in Jonen eine Photovoltaikanlage erstellen. Daraus wird nichts: Die Kantonale Denkmalpflege lehnt ein entsprechendes Gesuch ab, weil die Solaranlage das national bedeutende Ortsbild von Jonen beeinträchtigen würde.

Für Daniel Appert, Geschäftsführer der Landi Freiamt, ist das enttäuschend. «Wir brauchen im Laden relativ viel Strom, da wäre es sinnvoll, ihn gleich auf dem Gebäude zu produzieren.» Weiterziehen will die Landi Freiamt die Abweisung des entsprechenden Baugesuches aber nicht. «Unsere Abklärungen haben ergeben, dass wir aus rechtlicher Sicht kaum eine Chance hätten, damit durchzukommen.»

Gut einsehbare Dachflächen

Tatsächlich kommt die kantonale Denkmalpflege zum Schluss, dass das vorliegende Gesuch «im Umgebungsbereich von zwei hochrangigen Schutzobjekten und innerhalb eines Ortsbildschutzperimeters von nationaler Bedeutung als nicht bewilligungsfähig einzustufen» ist. Im Ortsbild von Jonen zeigten alle Dachflächen eine Ziegeldeckung in roter oder brauner Farbgebung. Vor diesem Hintergrund komme den Farbflächen der Landi-Neubauten eine wichtige Bedeutung zu. Sie seien gut zusammen mit den kantonalen Schutzobjekten – die Taverne «Zur Mutter Gottes» und die Römisch-katholische Pfarrkirche – einsehbar und würden mit den Dächern der Altbauten in einen visuellen Dialog treten. Die dunkle Farbgebung und die stark spiegelnde Oberfläche der Photovoltaik-Elemente seien als Fremdkörper im Dorfkern von Jonen zu bezeichnen.

Nicht standortgebunden

Die Nutzung der Sonnenenergie sei im aktuellen Energieumfeld ein Gebot der Stunde, anerkennt die kantonalen Denkmalpflege. Solaranlagen hätten jedoch eine direkte Auswirkung auf das Erscheinungsbild von Bauten und Ortsbildern. «Hierbei gilt es zu berücksichtigten, dass Photovoltaikanlagen standortunabhängig und nicht auf einen Standort in der Kernzone und im Nahumfeld von kantonalen Denkmalschutzobjekten angewiesen sind. Anlagen zur Stromerzeugung könnten an jeder geeigneten (und zulässigen) Stelle innerhalb und ausserhalb des Siedlungsgebietes errichtet und der Strom in das Netz eingespeist werden.»

Die kommunale Fachkommission gemäss Bau- und Nutzungsordnung hatte das Gesuch ebenfalls geprüft und zur Ablehnung empfohlen. Neben der Beeinträchtigung des Ortsbildes durch die Photovoltaikelemente merkte sie «die präjudizierende Wirkung eines positiven Entscheids» an. «Die Dachlandschaft würde sich markant verändert und das bisherige geschlossene, einheitliche und ruhige Erscheinungsbild verletzen.»

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